München: Immer mehr treten aus Kirchen aus

Die Zahl der Kirchenaustritte in der bayerischen Landeshauptstadt ist auch in diesem Jahr wieder gestiegen.  Die Deutsche Bischofskonferenz und das Evangelisch-Lutherische Dekanat in München wollen jedoch keine Stellung beziehen.

 

München – Die Zahl der Kirchenaustritte in der Landeshauptstadt München steigt im Vergleich zum Vorjahr massiv. Allein in den ersten acht Monaten sind rund 9100 Menschen aus der evangelischen und katholischen Kirche ausgetreten. Das teilte eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferates auf Anfrage mit. 2013 hatten im gleichen Zeitraum etwa 6900 Menschen in München die Kirche verlassen.

 

Die höchste Zahl der Austritte gab es bislang im vergangenen Januar (rund 1400). Die Deutsche Bischofskonferenz und das Evangelisch-Lutherische Dekanat in München wollten zu den Zahlen keine Stellung beziehen.

 

„Prunkpaläste“ sorgen für Unmut in der Bevölkerung

 

Grund für die vielen Austritte sind zum einen die Missbrauchsskandale vieler Kardinäle, die in den vergangenen Jahren ans Licht kamen. Sie haben das Vertrauen der Menschen in die Kirche nachhaltig erschüttert. Ebenso die hohen Ausgaben, für eigene „Wohnheime“, die vielmehr Palästen gleichen, wie das von Franz-Peter Tebartz-van Elst, dem ehemaligen Limburger Erzbischof.

 

Papst Franziskus hatte Tebartz-van Elst Ende März unter anderem wegen der Kostenexplosion beim Bau seines Amtssitzes abberufen und den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischen Administrator der Diözese eingesetzt.

 

In München sorgt seit vergangenem November auch ein neuer „Prunkpalast“  des Erzbistums München und Freising für Stimmung gegen die Kirche.  Ein 2006 erworbenes Gebäude in der Kapellenstrasse in der Münchner Innenstadt wird umgebaut. Kostenpunkt: rund 90 Millionen Euro. Es wurde aus dem Vermögen der Erzdiözese finanziert.

 

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dpa/make