Trauerfeier Gerd Käfer München, © Gerd Käfer hatte seine eigene "Abschiedsparty" selbst geplant.

München nimmt Abschied: Gerd Käfers letzte Feier

Seine letzte große Party, wie Gerd Käfer zu Lebzeiten stets seine Beerdigung nannte, hatte der Münchner Star-Gastronom schon frühzeitig geplant. Gestern fand sie in der Allerheiligen-Hofkirche in München statt.

 

 

Mehrere hunderte Gäste waren in München zu der Trauerfeier des Münchner Gourmet-Papstes Gerd Käfer gekommen. Wie sich Käfer zu Lebzeiten immer gewünscht hatte, waren die meisten davon in bunter Kleidung statt in schwarz erscheinen.

 

 

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat eine Ansprache auf der Trauerfeier gehalten, ebenso wie Michael Käfer, der Koch Eckart Witzigmann sowie der Zirkus-Roncalli-Direktor Bernhard Paul. Für die musikalische Untermalung war das das Johann-Strauß-Orchester aus Wiesbaden angereist und auch der Schlagersänger Patrick Lindner widmete dem Verstorbenen ein persönliches Lied. Im Comité-Hof gab es anschließend eine „Abschieds-Party“ mit Bands und mehr als zwanzig köstlichen Schmankerln, die Käfer am liebsten mochte.

 

Käfer starb im Beisein seiner Ehefrau und seines Sohnes in seiner Wohnung im Münchner Stadtteil Bogenhausen.

 

Der Gastronom galt als Münchner Original, zu seinen Gästen zählten neben zahlreichen Stars auch Politiker und Mitglieder von Königshäusern. Im Alter von knapp 20 Jahren übernahm er das Feinkostgeschäft seiner Eltern, 1956 eröffnete er seinen ersten eigenen Laden. Einige Jahre später gründete er einen Party-Service, wurde Wiesnwirt und schrieb mehrere Kochbücher. Er erhielt unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. 1995 gab er die Geschäftsführung vollständig an seinen Sohn Michael weiter, gründete neue Restaurants und Läden.

Gerd Käfer , © Am Dienstag findet die Trauerfeier für den Feinschmecker-König Gerd Käfer statt.

 

Neben seiner Heimatstadt München hatte Käfer auch Wohnsitze in Kitzbühel, Wiesbaden und Sylt. Zusätzlich zu seiner langjährigen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Uschi Ackermann waren auch die gemeinsamen Hunde „Sir Henry“ und „Pussinka“ ständige Begleiter Käfers. Sie waren ebenfalls anwesend, als er starb. „Die Möpse haben geweint“, erzählte Ackermann.

 

Nach seiner Krebserkrankung im Frühjahr 2014 hatte sich zuletzt ein Palliativteam um Käfer gekümmert, Ackermann hatte die letzten Tage nahezu ununterbrochen an seiner Seite verbracht. Seine Beerdigung hatte Käfer noch zu Lebzeiten geplant – mit Auftritten prominenter Freunde. „Sie soll bunt werden“, sagte Ackermann.

 

pm / dpa