München Oktoberfest: Gemauschel? Absprachen?

Auf der Wiesn 2014 wird ein neues Zelt stehen, dass das Hippodrom ersetzt:

Marstall soll es heißen, und Siegfried Able heißt sein Betreiber.

Der Wirt des Lerchenauer See-Biergartens und Chef vom Eiszauber auf dem Stachus hat vom Stadtrat in seiner Sitzung am 28. April den Zuschlag bekommen.

Der gewählte neue Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD verkündet:

„Die Verwaltung hat das bestehende Punktevergabe-System zutreffend und wenn man jetzt zu dem Schluss kommt, dass das Ergebnis, das dabei herauskommt einem nicht passt, dann muss man sich überlegen, ob man in Zukunft die Kriterien ändert!“

…wieso diese Aussage? Bereits vor der Stadtratssitzung hieß es immer wieder, Siegfried Able sei schon klar gewesen, dass er der Nachfolger von Sepp Krätz als Oktoberfest-Wirt wird.

Able hatte sich nämlich nicht nur schon lange vor der Entscheidung den Namen „Marstall“ für sein Zelt schützen lassen, er hatte sich auch mit seinem kleineren Zelt, das bisher auf dem Oktoberfest stand, gar nicht mehr beworben.

 

Vergabeverfahren „subjektiv“

Dieter Reiter sagt ja sogar selbst (siehe Video), letztlich sei die Entscheidung, wer den Platz auf dem Oktoberfest bekommt, immer subjektiv.

Kritiker dürfte aber die Platzierung der Wirte bei der Vergabe trotzdem nur noch stutziger machen. Schon vor der Entscheidung für die Nachfolge von Krätz war Able mit seinem Betrieb nämlich der zweite Top-Favorit für die Zeltvergabe. Noch vor Oktoberfest-Urgesteinen wie dem Schotenhaml und der Fischer Vroni.

  1. Feinkost Käfer GmbH mit Käfer’s Wiesn-Schänke
  2. Able, Siegfried und Sabine mit dem Marstall
  3. Karl Winter OHG mit der Fischer Vroni
  4. Festhalle Schotenhamml OHG mit ihrem Zelt
  5. Kuffler mit dem Weinzelt

…die Bewerber ab Platz sechs bekamen gar nichts.

Siegfried Able jedenfalls hat jetzt mit seinem Marstall praktisch aus dem Nichts den Freifahrtschein, steinreich zu werden. Morgen will der neue Wiesnwirt in einer Pressekonferenz näheres zu seinem neuen Bierzelt verkünden.

Unterdessen heißt es vom SPD-Vorsitzenden Alexander Reissl, über das Punktevergabe-System:

„Wahrscheinlich muss man sich darüber unterhalten, ob das im Fall von Gastronomie die richtige Mischung aus verschiedenen Ansprüchen ist, die man hat.“

 

adc