Pillen Tabletten Drogen Doping — © Symbolfoto.
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München: Parteien fordern Raum für Drogenkonsum

Mit sogenannten Drogenkonsumräumen wollen die Grünen, FDP, Piraten und Hut die Zahl der vielen Drogentoten im Raum München verkleinern. Die Fraktionen forderen im Stadtrat die Öffnung eines solchen Raumes, damit Süchtige unter sauberen Bedingungen konsumieren können.

 
 

Die Zahl der Rauschgiftopfer hat sich im Raum München offenbar mehr als verdoppelt. Das liegt nach Meinung der Deutschen Aidshilfe unter anderem daran, dass die Politik die Errichtung sogenannter Fixerstuben verweigert. In Drogenkonsumräumen können Süchtige unter Aufsicht und mit sterilen Mitteln Drogen konsumieren. Sozialarbeiter sollen in diesen Räumen sofort erste Hilfe leisten und die Gefahr einer Überdosis würde um einiges verringert.

 
 

In anderen Großstädten wie Berlin und Hamburg gibt es solche Räume bereits. Hier müssen sich Süchtige nicht mehr vor der Polizei verstecken und sind nicht alleine, falls etwas schief gehen sollte. Der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion Bernhard Seidenath sagte der Süddeutschen Zeitung, dass für ihn Fixerstuben „nicht zwingend notwendig sind“. Er empfinde es als „eklatanter Widerspruch“, Drogen einerseits zu verbieten und andererseits Räume einzurichten, in denen Drogenkonsum „erleichtert und geschützt“ werde. Er sieht außerdem die Gefahr, dass manch einer erst damit anfängt, Drogen zu nehmen.
 

Die FDP, Piraten und die Grünen gehen das Problem anders an. Ihre Argumentation nach, ist Drogensucht eine Krankheit die akzeptiert werden müsse. Sie ziehen die Hilfe für Menschen der Angst vor Strafe vor. Voraussetzung müsse in allen Fällen allerdings sein, dass diese Räume geschützt sind und die Polizei keine Razzien durchführen darf. Denn nur so schaffe man es, Vertrauen zu den Süchtigen aufzubauen.

 

 

Fixerstuben sind meist mit Hilfeeinrichtungen verbunden, die die Suchtkranken beraten sollen. Ziel soll es sein, die Überlebenschance der Süchtigen zu verbessern und mit zum Beispiel sterilen Nadeln das Infektionsrisiko zu minimieren. Mit solchen Maßnahmen soll die Zahl der Drogentoten zurückgehen, die immer wieder alleine in ihren Wohnungen aufgefunden werden. Die Hilfe in den Konsumräumen liegt natürlich in erste Linie auf der Hilfe für Kranke, denen in Gesprächen Therapiemöglichkeiten angeboten werden sollen.

 

(sz/jh)

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