München: Straubinger Tagblatt übernimmt Abendzeitung

Die Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung wird die insolvente Abendzeitung weiterführen.

 

Nur ein Viertel der Mitarbeiter darf bleiben

 

Der Straubinger Verleger kündigte an, er wolle das Blatt als gedruckte Tageszeitung mit umfassendem Online-Angebot weiterführen.

„Ich glaube an die gedruckte Zeitung und bin davon überzeugt, dass die AZ eine gute Zukunft als starke Münchner Stadtzeitung hat“, sagte Martin Balle, der Verleger des Straubinger Tagblattes. „Die organisatorische Einbindung in unsere Gruppe eröffnet die Chance, das Blatt endlich profitabel zu führen. Dabei wird die «AZ» ihren Charakter als kritische und selbstbewusste Stimme für München behalten.“, so Balle weiter.

So vielversprechend wie das klingen mag, so niederschmetternd die Neuigkeiten für die Mitarbeiter:

Höchstens 25 der rund 100 Mitarbeiter soll die Möglichkeit angeboten werden, weiterhin für die Abendzeitung München arbeiten zu dürfen.

 

70 Millionen Miese

 

Am fünften März 2014 hatte das Münchner Boulevardblatt Antrag auf Insolvenz gestellt.

Nach knapp vier Monaten ist die Zukunft der Abendzeitung jetzt gesichert:

Ab ersten Juli wird die niederbayerische Verlagsgruppe Straubinger Tagblatt und Landshuter Zeitung nun das Ruder übernehmen – bereits einen Tag vorher startet eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für die Mitarbeiter, die entscheiden soll, wer zur neuen Abendzeitung gehören soll.

Der Schritt scheint hart, aber genauso hart sind die Fakten:

Die finanziellen Schwierigkeiten der Boulevardzeitung mit einer verkauften Auflage von rund 100 000 Exemplaren waren seit längerem bekannt. Die Familie Friedmann als Eigentümerin sehe sich nicht mehr in der Lage, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, hatte der Verlag mitgeteilt. Nach Angaben der Geschäftsführung summierten sich die Verluste seit 2001 auf rund 70 Millionen Euro, heißt es laut dpa-Informationen.

adc / dpa