Festnahme mit Handschellen, © Symbolfoto

München: Vater schüttelt scheinbar Baby fast tot

Offensichtlich hat ein 22 Jahre alter Vater aus dem südlichen Landkreis München seine gerade wenige Wochen alte Tochter so heftig geschüttelt, dass der Säugling jetzt wegen eines Hirnödems in Lebensgefahr schwebt.

Der Vater wird sich jetzt wegen versuchten Totschlags verantworten müssen.

 

Schütteltrauma billigend in Kauf genommen

Bereits vor einer Woche, am Dienstag, den 02. Dezember 2014, kam in den frühen Morgenstunden ein knapp zwei Monate alter weiblicher Säugling mit dem Kindernotarzt bewusstlos in ein Krankenhaus.

Bei der Untersuchung in der Notaufnahme stellten die behandelnden Ärzte ein Hirnödem fest. Deswegen mussten sie das kleine Mädchen sofort operieren und das Kind nach dem Eingriff zur Behandlung auf die Intensivstation verlegen.

Nachdem die weiteren Ursachen keine natürliche Erklärung für das Krankheitsbild ergaben und aus Sicht der Ärzte ein sogenanntes „Schütteltrauma“ nicht auszuschließen war, verständigte das Personal im Krankenhaus am vergangenen Wochenende die Polizei.

Daraufhin übernahm die Mordkommission München die weiteren Ermittlungen.

Laut vorläufiger Stellungnahme des Instituts für Rechtsmedizin der Ludwigs-Maximilians-Universität München besteht nach Berücksichtigung der klinisch erhobenen Befunde ein dringender Verdacht auf ein „Schütteltrauma“, das die Ursache für das Hirnödem bildet. Ein Schütteltrauma entsteht, wie das Name schon sagt, wenn jemand einen Säugling heftig schüttelt und seine Organe dadurch Erschütterungen aussetzt, die der kleine Körper noch nicht kompensieren kann.

Am Montag, den 08. Dezember 2014 vernahmen Polizeibeamte der Mordkommission München die Eltern des Kindes. Bei den Gesprächen ergab sich schließlich ein Tatverdacht gegen den 22 Jahre alten deutschen Vater des Kindes, so dass die Polizisten ihn festnehmen mussten

Am Dienstag, den 09. Dezember erließ der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I Haftbefehl wegen versuchten Totschlags.

Es wird davon ausgegangen, dass der Kindsvater zumindest den möglichen Tod seiner Tochter in Kauf genommen hat.

Das Kind befindet sich weiterhin in stationärer intensivmedizinischer Behandlung. Derzeit kann nicht gesagt
werden, ob der Säugling überleben wird.

adc