Coffee-to-go-Becher, © Coffee-to-go-Becher

München will Einwegbechern den Kampf ansagen

Auch die Stadt München macht jetzt mobil gegen die Berge an Einwegbechern, die täglich im Müll landen: Der Münchner Stadtrat gab am Dienstag einstimmig grünes Licht für ein Konzept zur Abfallvermeidung rund um den Kaffee und Tee zum Mitnehmen. 

 

Der Abfallwirtschaftsbetrieb legte am Dienstagvormittag dem Münchner Stadtrat ein Konzept zur Abfallvermeidung rund um den Kaffee und Tee zum Mitnehmen vor. Voraussichtlich nach den Sommerferien sollen die Bürger in einem ersten Schritt über Plakate, Radiospots, Faltblätter und andere Maßnahmen dazu aufgerufen werden, auf Mehrwegbecher umzusteigen und Abfall zu vermeiden. Dafür sind rund 400 000 Euro vorgesehen. Zugleich soll bei der Getränkeausgabe in städtischen Kantinen auf Pappbecher verzichtet werden.

 

Alleine in München werden nach Angaben des zuständigen Kommunalreferenten Axel Markwardt (SPD) täglich rund 190 000 Wegwerf-Becher verbraucht, deutschlandweit sind es pro Jahr nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe fast drei Milliarden Becher. Hinzu kommt Zubehör wie Plastikdeckel, Strohhälme und Rührstäbchen. Mit rigorosen Verboten lasse sich das Problem kaum in den Griff bekommen, sagte Markwardt. «Das wichtigste ist eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung.»

 

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) entwickelte nun ein Konzept, wie die Kampagne „coffee to go again“ in München umgesetzt werden kann. Ziel ist es den Verbrauch von Kaffeebechern im Münchner Stadtgebiet zu senken und die Müllmengen, die von Verpackungsmaterialien ausgehen, zu reduzieren. Auch Gastronomen, Händler, Verbände sowie staatliche Stellen sollen deshalb um Unterstützung für die Kampagne gebeten werden. Das Konzept sieht zudem vor, dass bei Neuvermietung und Verpachtung städtischer Immobilien mit entsprechenden Betriebsstätten der Einsatz von Einwegbechern für «Coffee to go» untersagt wird.

 

Voraussichtlich nach den Sommerferien sollen die Bürger in einem ersten Schritt über Plakate, Radiospots, Faltblätter und andere Maßnahmen dazu aufgerufen werden, auf Mehrwegbecher umzusteigen und Abfall zu vermeiden. Dafür sind rund 400 000 Euro vorgesehen. Zugleich soll bei der Getränkeausgabe in städtischen Kantinen auf Pappbecher verzichtet werden.

 

Auch in anderen Städten laufen Aktionen zur Eindämmung der Flut an Einwegbechern. In Freiburg etwa lief im vergangenen November ein Pfandsystem an, bei dem mittlerweile rund 80 Cafés und Bäckereien mitmachen. Die Kunden können sich ihren Kaffee auch in eigens dafür ausgegebene Pfandbecher füllen lassen, für die sie bei Rückgabe einen Euro erstattet bekommen.

 

brc/dpa