München: Wirtschaft macht Ärger über große Koalition Luft

In der deutschen Wirtschaft steigt der Unmut über die große Koalition. Schon vor dem Treffen der vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in München gab es am Freitag Kritik.

 

„Wir vermissen das langfristige Konzept, eine langfristige Wirtschaftspolitik„, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo. Der Industrieverband fordert eine Reduzierung der Kosten des Atomausstieges. „Die Energiewende brennt uns wirklich auf den Nägeln“. Die Zuschüsse für die erneuerbaren Energien kosteten im Jahr 20 Milliarden Euro. „Die haben wir bisher nur verteilt, wir müssen davon runterkommen“, sagte Grillo.

 

In einem gemeinsamen Papier fordern BDI, der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH), der Arbeitgeberverband BDA und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK ein „Belastungsmoratorium“. Das zielt unter anderem auf die Pläne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zur Reform der Erbschaftssteuer. Die Besteuerung von Unternehmenserben ohne hohe Freibeträge würde nach Einschätzung der Wirtschaftsverbände viele mittelständische Familienbetriebe gefährden. „Das würde dazu führen, dass eine erhebliche Zahl der Unternehmen im Erbfall zerschlagen oder verkauft werden müsste“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Merkel trifft die Wirtschaftsverbände alljährlich zum Spitzengespräch am Rande der Münchner Handwerksmesse.

 

München TV berichtet ab 18:00 Uhr in der Nachrichtensendung „münchen heute“ über das Treffen der Spitzverbände mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Münchner Handwerksmesse.

 

rg / dpa