eine Attacke mit Pfefferspray in München, © Symbolfoto - Eine Attacke mit Reizgasspray

Münchens Frauen rüsten gegen potentielle Angreifer auf

Die massiven Übergriffe in der Silvesternacht verunsichern auch die Münchner. Der Verkauf von Pfefferspray hat sich nach der Ereignissen von Paris und Köln verdoppelt. Kurse zur Selbstverteidigung sind gefragt wie nie. Vor allem Frauen haben offenbar ein gesteigertes Bedürfnis nach mehr Sicherheit.

 

Die Waffenhändler in Deutschland verzeichnen nach den Vorfällen zum Jahreswechsel in Köln eine rasant steigende Nachfrage nach Pfefferspray und andere Selbstverteidigungsmittel. „Köln hat verursacht, dass noch mehr Menschen in den Fachhandel kommen”, sagt Ingo Meinhard, Geschäftsführer vom Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler der „Neuen Osnabrücker Zeitung”.

 

Mittlerweile gebe es bei freiverkäuflichen Abwehrmitteln wie Pfefferspray Lieferengpässe und mehrwöchige Lieferzeiten. „Die Menschen empfinden ein Sicherheitsdefizit, das sie ausgleichen wollen”, so Meinhard. Die Polizei rät aber davon ab, sich mit Schutzwaffen wie CS-Gas auszustatten. Im Notfall könnten sie von Angreifern auch gegen denjenigen verwendet werden, der sich schützen wolle. Effektiver und sicherer seien sogenannte Taschen- oder Schrillalarme: Ein kleines Gerät, das durch Drücken eines Knopfes oder Ziehen eines Sicherungsstiftes einen schrillen Alarm mit Schalldruckleistung von ca. 110dB – 120dB auslöst.

 

Auch Anbieter von Selbstverteidigungskursen in der Region München bestätigen: Immer mehr Frauen wollen sich gegen Ereignisse wie in Köln wehren können. Neben den Selbverteidigungs- und Kampfsportzentren in München bemerken auch die Trainingskurse der Polizei einen extremen Anstieg der Nachfrage. „2000 Teilnehmer hatten wir im letzten Jahr“, sagt Arno Helfrich, Chef bei K 105, zuständig für Opferschutz und Prävention, der AZ. Normalerweise seien es rund 1000 Anmeldungen im Jahr. Vor allem Frauen, Mütter mit ihren Töchtern und Schwangere interessierten sich für das Angebot.

 

Schneller Aktionismus ist aber auch bei Selbstverteidigungskursen keine Lösung. Genau wie bei anderen Sportarten haben nur regelmäßiges Üben und Wiederholung des Erlernten einen wirklich positiven Einfluss auf die eigene Sicherheit.