Münchens größter Joint? Zoll verbrennt 500 Kilo Marihuana

Im Dezember 2016 konnte der Zoll in einem serbischen LKW rund 500 Kilogramm Marihuana sicherstellen. Nun wurden die Drogen vernichtet.

 

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wurden die rund 500 Kilogramm Cannabisblütendolden am Dienstag in der Müllverbrennungsanlage Olching vernichtet. Der LKW mit der sichergestellten Ladung wurde zunächst gewogen, um sicher zu gehen, dass bei der Abfahrt auch genau das entsprechende Gewicht weniger auf die Waage kommt. Die 60 Kartons wurden dann in die Müll-Grube geworfen. Von hier aus hebt sie ein Kran in den Hochofen, wo die Drogen bei extremer Hitze verbrannt werden.

 

 

Kein rauschiges Lüftchen über Olching

 

Zwar stieg nach der Verbrennung ordentlich Rauch über der Müllverbrennungsanlage auf, dennoch gab es kein gratis „Hochgefühl“ für die Anwohner in Olching: Die Emissionen der Verbrennung enthielten keinerlei berauschende Mittel mehr. Verantwortlich dafür sind die extrem hohen Temperaturen, die lange Zeit, in der die Drogen gelagert wurden, und eine hocheffiziente Abgas-Reinigungsanlage. Einen kleinen Grund zur Freude gab es aber doch für die Olchinger: Aus der durch die Verbrennung gewonnenen Energie wird Strom und Fernwärme erzeugt.

 

 

Warum eigentlich das Cannabis vernichten?

 

Via Facebook bekamen wir viele Zuschauer-Zuschriften, warum das Marihuana denn überhaupt verbrannt werden muss. Wo medizinisches Marihuana doch legal erwerblich sei, könne es doch genutzt werden. Christian Schüttenkopf, Pressesprecher des Zoll-Fahndungsamts München, erklärt:

 

Es handelt sich hierbei nicht um medizinisches Marihuana. Es stammt von unbekannten Plantagen, vermutlich aus Albanien. Nachdem ganz strenge Kriterien an ein solches Rauschgift gestellt werden, bevor es in Apotheken abgegeben wird, kommt die Verwendung nicht in Frage. Das heißt,  man muss wissen, zu welcher Pflanzengattung die Pflanze genau gehört, wo sie angebaut wird und von wem – und das kann man in diesem Fall gar nicht sagen.

 

 

Eine halbe Tonne aus einem einzigen Fund

 

Im Dezember 2016 hatten Zollfahnder auf der A9 im Landkreis Hof einen serbischen LKW kontrolliert. Die Ermittler fanden einen Hohlraum in der Wand des Fahrzeugs, in dem rund 500 Kilogramm Marihuana versteckt waren. Der 61-jährige Schmuggler wurde mittlerweile zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden.