Münchner Flughafen: Falsches Visum aufgeflogen

Sie wolle München entdecken und sich die Landschaft anschauen, behauptete eine kamerunische Staatsangehörige, die am Samstag (17. Mai) bei der Einreisekontrolle am Münchner Flughafen ihren Pass mit einem deutschen Visum vorlegte. Für die kontrollierenden Bundespolizisten schien auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Doch bei der Einreisebefragung stießen die erfahrenen Beamten auf erhebliche Ungereimtheiten. Mit einer Strafanzeige im Gepäck musste die 28-Jährige schließlich die Heimreise antreten.

 

Die Frau war mit deutschem Visum im Pass aus Istanbul angekommen und sollte von einem Landsmann am Flughafen abgeholt werden. Wie sich aber bei der Einreisebefragung herausstellte, deckten sich die Angaben der Kamerunerin in keiner Weise mit den vorgelegten Dokumenten. Die Dame hatte bei der deutschen Botschaft in Jaunde nämlich eine Einladung eines deutschen Autoteilehandels in Wuppertal vorgelegt und damit ein Geschäftsvisum erhalten. Ihren Angaben zufolge wollte sie aber in München Urlaub machen und eine angebliche Freundin besuchen. Die besagte Freundin wusste aber von dem Besuch der Afrikanerin genauso wenig wie die Mitarbeiter der Firma in Wuppertal. Da fragten die Bundespolizisten genauer nach.

 

Die Kamerunerin erzählte den Beamten, sie wolle München entdecken, sich die Landschaft anschauen und in Supermärkten mit Kleidung für die Heimreise eindecken. Ein Bekannter wolle sie vom Flughafen abholen und in die Stadt begleiten.
Der Abholer allerdings erzählte den Beamten, er wohne in Italien und sei nur zufällig in München auf einer Fortbildung. Er sei von einer Bekannten angerufen worden, ob er ihre Schwester vom Flughafen abholen und in ein Hotel in der Innenstadt bringen könne. Dem habe er aus Gefälligkeit zugestimmt. Die abzuholende Landsmännin habe er bis dato noch nicht kennengelernt.

 

 

Mit diesen Erkenntnissen konfrontiert, gab die 28-Jährige nach anfänglichem Leugnen schließlich zu, bei der Visumsbeantragung gegen Bezahlung von 700.000 kamerunischen Francs – umgerechnet knapp 6.000 Euro – die Hilfe eines „erfahrenen“ Landsmanns in Anspruch genommen zu haben. Sie sei bei einem ersten Versuch, an ein Visum zu gelangen, gescheitert, weil sie nicht die passenden Papiere vorlegen konnte. Da habe sie einen ihr unbekannten Mann um Hilfe gebeten, der ihr gegen Bezahlung die nötigen Papiere für den Visumsantrag geliefert habe.

 

Die Bundespolizisten annullierten das Visum, zeigten die junge Frau wegen Visumserschleichung und Versuchs der unerlaubten Einreise an und schickten sie am Sonntag (2. Oktober) wieder zurück nach Istanbul. Zudem musste die Afrikanerin 960 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens bei der Bundespolizei hinterlegen.

 

Die Ermittlungen gegen mögliche Tatbeteiligte laufen.

 

 

 

jn / polizei