Schlüssel in einer Türe, © Symbolfoto

Münchner Umland: Dreister Schlüsseldienst schlägt wieder zu

Erneut hat ein „dreister Schlüsseldienst“ in zwei Fällen in Icking und Wolfratshausen zugeschlagen. Weil sie sich versehentlich ausgesperrt hatten, mussten zwei Frauen den Schlüsseldienst rufen.

 

Der Vorfall in Icking ereignete sich am Dienstagvormittag. Weil sich eine 48-Jährige Frau selbst ausgesperrt hatte, beauftragte sie einen Schlüsseldienst, den sie über eine kostenfreie 0800-Nummer gefunden hatte. Mit diesem wurde am Telefon ein Betrag von 20 Euro für die Anfahrt und 200 Euro für die Öffnung der Türe vereinbart. Nachdem die zwei Männer vom Schlüsseldienst ihre Arbeit getan hatten, forderten sie nun auf einmal 1200 Euro von der Frau, statt der vereinbarten Summe.

 

Die Ickingerin beharrte auf den besprochenen Betrag von 220 Euro und rief noch in Anwesenheit der beiden Männer die Polizei. Die beiden „Dienstleister“ bauten noch während des Telefonates das Schloss der Haustüre aus und machten sich mit ihrem grauen VW mit Essener Kennzeichen aus dem Staub.

 

Deutlich unglücklicher verlief eine ähnliche Situation für eine 42-Jährige aus Wolfratshausen.
Sie rief – nachdem sie sich ausgesperrt hatte – ihren Mann an, der zum Zeitpunkt nicht in der Stadt war. Er nahm telefonisch Kontakt mit einem Schlüsseldienst auf und vereinbarte, die Summe die bereits am Vortag in Icking veranschlagt wurde. 220 Euro – 20 Euro für die Anfahrt und 200 Euro für die Arbeitszeit.

 

Das Öffnen der Türe, etwa 40 Minuten nach der telefonischen Auftragsvergabe, verlief problemlos. Dennoch war nach Meinung der beiden Männer das Türschloss beschädigt worden und müsse nun ausgetauscht werden. Nachdem von weiteren Kosten keine Rede war, willigte die Wolfratshauserin in den Austausch des Schlosses ein. Eine Rechnung von knapp 1200 Euro wurden auch hier plötzlich veranschlagt. Die Wolfratshauserin zahlte den Betrag mit Girocard.

 

Die Polizei verständigte sie schließlich, als die beiden Männer, unterwegs mit einem weißen VW-Kombi mit Essener Kennzeichen, bereits schon längst wieder weg waren. Die Kripo Weilheim hat die nun Ermittlungen übernommen.

 

Mit derselben Masche wurden in den vergangenen Monaten mehrmals Personen in Wolfratshausen, Bad Tölz und Penzberg in ihrer Notlage über’s Ohr gehauen. Auch im Januar hatten wir über ein Schlüsseldienst berichtet, der derartige Wucherpreise verlangt hatte.

 

Um solche Abzocke zu vermeiden, rät die Polizei deshalb einen ortsansässigen Schlüsseldienst, welcher durchaus auch tags und nachts erreichbar ist, zu beauftragen und vorher einen Festpreis zu vereinbaren. In vielen Fällen war auch immer wieder eine Vermittlungsfirma aus Essen beteiligt. Es empfiehlt sich deshalb auch immer ein Blick ins Impressum der jeweiligen Internetseiten.