Pferde ganz in blau, Hofbräu geschmückt, © Die Pferde vom Hofbräu

Münchnerin erstellt Petition für Pferdeverbot auf Wiesn

Der Einzug der Wiesn-Wirte mit prachtvollen Pferde-Gespannen ist ein fester Bestandteil der Oktoberfest-Tradition. Doch nach dem Willen einer Münchnerin soll damit jetzt Schluss sein – den Pferden zuliebe.

 

Es ist eines der Highlights zu Beginn der Wiesn. Zehntausende Besucher kommen extra für den Einzug der Wiesn-Wirte zum Oktoberfest. Die prachtvoll geschmückten Pferde und Kutschen bleiben dann auch während des Festes als Werbeträger der Brauereien auf der Wiesn und sind ein beliebtes Fotomotiv.

 

Doch damit soll jetzt Schluss seine – zumindest wenn es nach dem Willen der Münchner Hotelangestellten Julia Maier geht. Die 29-Jährige hat eine Petition gestartet: „Schluss mit Pferden & Pferdefuhrwerken auf dem #Oktoberfest in #München!“, so der Titel. Bereits über 2.000 Menschen haben unterschrieben und stimmen Maiers Begründungen zu.

 

Dass das Oktoberfest eine laute Angelegenheit ist, kann wohl niemand bestreiten, der schon mal da war. Fahrgeschäfte, Menschenmassen, Blasmusik – Trubel und Geselligkeit sei aber nur etwas für diejenigen, die das bewusst suchen, so Maier.

 

„Für die Münchner Brauereipferde gilt dies allerdings nicht. Im Gegenteil – zusätzlich werden Sie mit lauten, schrillen Glöckchen behangen, müssen stundenlang, bei jeder Wetterlage ausharren, damit die Besucher von Ihnen Fotos mitten auf dem Volksfest machen können. Brauereipferde werden hier im größten Tumult zur Ruhe gezwungen. Mittlerweile müssen sie sogar aus Metall gefertigte Maulkörbe tragen, damit die betrunkenen Teilnehmer Ihnen keine ungeeigneten Fressalien zuführen oder wie von einem Kutscher 2015 in der Süddeutschen Zeitung berichtet: „… Ein Betrunkener die Nüstern zuhält“.“

 

Maier appeliert an Oberbürgermeister Dieter Reiter und bittet ihn um Empathie. „Weltstadt mit Herz“ solle auch für Münchens Tiere gelten. Im Rathaus und bei den Wirten kommt Maiers Petition allerdings nicht so gut an. Stadtrat Klaus Peter Rupp sagte nach Angaben des „Merkur“: „Ich halte die Petition für arg übertrieben, hier findet kein Missbrauch der Tiere statt. Sie stehen auch nicht den ganzen Tag auf der Wiesn sondern werden immer wieder ausgetauscht“.

 

Manfred Newrzella, Geschäftsführer des Vereins der Münchner Brauereien und des Festringes, der den Einzug veranstaltet mahnt an daran zu erinnern, das Kaltblüter-Gespänne Jahunderte lang gängige Verkehrsmittel waren und keineswegs Tierquälerei.

 

Julia Maier fordert parallel auch ein endgültiges Pferdekutschenverbot für Berlin. Dafür hat sie schon über 76.000 Unterschriften gesammelt. Weitere Informationen zu ihrer Petition in München finden Sie hier.