Mutmaßlicher Erpresser von Uli Hoeneß erwartet Urteil

Uli Hoeneß sitzt seit Juni im Gefängnis. Der Mann, der ihn erpresst haben soll, könnte ihm nun folgen. Am Dienstag wird das Urteil gegen „Mister X“ erwartet. Gestanden hat er schon.

 

München – Im Prozess gegen den mutmaßlichen Erpresser von Uli Hoeneß wird an diesem Dienstag (9.30 Uhr) das Urteil erwartet. Der 51 Jahre alte Angeklagte hat vor dem Landgericht München II gestanden, den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München vor dessen Haftantritt mit einem Drohbrief erpresst und 215 000 Euro verlangt zu haben. Dem vorbestraften Mann drohen bis zu fünf Jahre Haft.

 

Im vergangenen Mai war ein von einem „Mister X“ unterschriebenes Erpresserschreiben in Hoeneß‘ Haus in Bad Wiessee eingegangen. Der Verfasser betonte, er habe Kontakte und drohte mit einem „unruhigen Haftverlauf“. „Ich weiß, es klingt böse. Ist aber so.“ Hoeneß und seine Frau wandten sich an die Polizei und bei einer fingierten Geldübergabe wurde der Mann festgenommen.

 

Er war von Anfang an geständig und räumte die Vorwürfe auch zum Prozessauftakt am Montag ein. Er gab Geldsorgen als Motiv an. Nach eigenen Angaben ist der Diabetes-Patient mit rund 340 000 Euro verschuldet und konnte sich keine Krankenversicherung mehr leisten. „Ich befand mich damals in einer absolut verzweifelten Situation“, gab der Mann in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung an.

 

Als er von dem Urteil gegen Hoeneß erfuhr, erschienen ihm die drei Jahre und sechs Monate wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe im Vergleich zu seiner eigenen Haftstrafe „ungeheuer“, wie er sagte. „Die Idee kam spontan, ausgelöst durch meine völlig desolate Lage.“

 

Hoeneß sitzt seit dem 2. Juni wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro in Landsberg am Lech im Gefängnis. Weihnachten wird er voraussichtlich bei seiner Familie verbringen können, im Januar dann kann er aller Wahrscheinlichkeit nach schon Freigänger werden.

 

dpa