Hitze, U-Bahn, Allianz Arena, Ohnmacht, Luft, Kinder, Schwangere, Rollstuhl, U6, Gefahr, © Viele Fahrgäste mussten in brütender Hitze ausharren.

MVG sieht Schuld am U-Bahn-Chaos bei den Fußballfans

Eine voll besetzte U-Bahn bleibt auf dem Weg zur Allianz Arena rund eineinhalb Stunden in brütender Hitze auf den Gleisen stehen. Auslöser war aber nicht etwa die voraus-gegangene Betriebsstörung einer U-Bahn am Kieferngarten – sondern laut MVG das Fehlverhalten der Fahrgäste.

 

Rund tausend Menschen harrten fast 90 Minuten in der U6 aus, als sie auf freier Stecke, etwa 100 Meter vor dem Bahnhof Freimann  stoppte – und das bei 35 Grad Außentemperatur. Die meisten von ihnen waren auf dem Weg nach Fröttmaning in die Allianz Arena, um das Spiel des FC Bayern gegen Manchester City zu sehen.

 

Die Belüftung im Zug fiel aus, die Temperaturen in den Waggons stieg immer weiter. Irgendwann war die Hitze nicht mehr auszuhalten, die Fahrgäste öffneten über die Nothebel die Türen, um an Frischluft zu kommen. Und hier beginnt das Hitze-Chaos, für das die MVG mittlerweile die Menschen im Zug verantwortlich macht. Denn die Fahrgäste liefen an den Gleisen entlang zum nächsten Bahnhof.

 

 

 

Polizei und Feuerwehr leiteten die zum Teil völlig erschöpften Fahrgäste über die Gleise zum Bahnhof Freimann. Zwei Personen mussten wegen Kreislaufschwäche behandelt werden.

 

Die MVG teilte mit, dass man den von der Fahrzeugstörung betroffenen Zug möglichst schnell tauschen wollte. „Damit wäre die Störung eigentlich erledigt gewesen“, erklärte Matthias Korte, Pressesprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft. Denn die MVG sei natürlich auch daran gelegen, Betriebsstörungen so schnell wie möglich zu beheben. Doch einige ungeduldige Fußballfans hätten an der Station Kieferngarten dann nicht den offiziellen Weg in Richtung Stadion gewählt, sondern seien über die Gleise gelaufen – und hätten damit das Hitze-Drama für die nachfolgenden Züge erst ausgelöst, so Korte weiter. „Sie haben wohl den kürzesten Weg zur Allianz Arena gesucht“, vermutet der Pressesprecher. „Damit haben sie sich aber in Lebensgefahr begeben.“ „Ohne sie hätte es gleich weitergehen können“

 

Grund für die Verzögerung und die große Gefahr bestand nach MVG-Angaben darin, dass an den Gleisen die sogenannte Stromschiene entlangführt. „Sobald eine Person im Gleisbereich ist, schalten wir den Strom sofort ab, damit nichts passiert“, erläutert Korte das Vorgehen der MVG. Deswegen konnte der U-Bahn-Betrieb nicht weitergehen und auch die Belüftungsanlagen der U-Bahnen funktionierte nicht mehr.

 

MVG,Polizei und Feuerwehr suchten gemeinsam die Strecke nach Personen ab, deshalb musste der Zugverkehr für eineinhalb Stunden stoppen. Bei der Rettungsaktionen stellten die Helfer fest, dass noch ein zweiter Zug zwischen U-Bahnhof Freimann und U-Bahnhof Kieferngarten zum Stehen gekommen war. Auch hier wurde die Notentriegelung von Fahrgästen betätigt und Personen stiegen in den Gleisbereich.

 

Gegen 22.15 Uhr lief die U6 wieder im Normalbetrieb.