Verdi Streik bei der MVG - Die streikenden Mitarbeiter

MVG-Tarifstreit geht weiter: Droht nun der nächste große Streik?

Im Münchner Nahverkehr könnte es schon bald zu erneuten Streiks kommen. Nach langen Gesprächen gab es zwar ein Angebot der Arbeitergeber, für die Gewerkschaft ver.di ist dies aber immer noch zu wenig Verbesserung für die Beschäftigten. Kommt es zu keiner Einigung ist klar: „Die Warnstreiks im Nahverkehr werden ausgeweitet“, erklärte der Verhandlungsführer von ver.di Bayern, Norbert Flach.

 

Bis Dienstag um Mitternacht kann laut Flach eine Eskalation noch vermieden werden – dann läuft das Angebot der Arbeitgeber aus und den Münchnern droht erneut ein Streik bei U-Bahn, Bus und Tram. Die Beschäftigten im ÖPNV hatten unter anderem Bonuszahlungen, einen höheren Urlaubsanspruch und Freizeitausgleich sowie eine generelle Entlastung gefordert. Außerdem müssten Nacht- sowie Schichtarbeit besser entschädigt werden. Von den Tarifverhandlungen sind rund 4000 Mitarbeiter betroffen, darunter etwa Bus-, Tram- und ­U-Bahn-Fahrer.

 

 

Forderungen nach attraktiveren Arbeitsbedingungen

 

Das Angebot der Arbeitgeber beinhalte nach Meinung der Gewerkschaft keinen attraktiven Lösungsansatz. Die MVG hatte eine Gehalssteigerung von etwa 6,5 Prozent bis 2020 angeboten. Außerdem biete man ab dann an, Gehalt in Urlaubstage umzuwandeln. Zusätzlich würde man die Schichtzulagen deutlich besser vergüten (siehe auch Video).

 

„Eine Tarifeinigung ohne hinreichende Entlastung der Beschäftigten kann es aber mit ver.di nicht geben“, betonte Norbert Flach. Häufig hatten U-Bahn-, Bus- und Tramfahrer in der Vergangenheit die harten Arbeitsbedingungen kritisiert. Im Gegenzug für Nachtschichten, fordern sie mehr beispielsweise mehr Urlaubstage.

 

Was sagt die MVG?

 

Trotz ver.di-Kritik zeigt sich die Münchner Verkehrsgesellschaft weiterhin optimistisch, dass eine Lösung gefunden wird. Ihr Angebot sei „anständig“ und gebe „keinen Raum für Pokerspiele“ so die Geschäftsführung. MVG-Chef Ingo Wortmann mahnte die Gewerkschaften zur Einsicht: Mehrkosten beim Personal könne man nicht beliebig aus den Rücklagen bestreiten oder gar auf die Ticketpreise umlegen.

 

Mega-Streiks in ganz Bayern möglich

 

Bleiben die Verhandlungen bis Ablauf der Frist erfolglos, könnten die Beschäftigten ihren Forderungen erneut Nachdruck verleihen – mit längeren Streiks in ganz Bayern. Dem Münchner U-Bahn-, Bus-, und Tramverkehr droht also erneut ein großes Chaos. Gerüchte von Streiks bis zu 24 Stunden gehen bereits um. Wann welche Mitarbeiter die Arbeit niederlegen werden, lässt ver.di aber noch offen. Klar ist: Die Münchner, die den ÖPNV nutzen, bekommen den Tarifstreit sicher massiv zu spüren, vor allem, wenn keine Einigung in Sicht ist.