Nach Attacke auf BVB-Bus: Sicherheitskonzept für Bayern-Spiel geprüft

Die Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund beschäftigt auch die Münchner Polizei. Das Sicherheitskonzept vor dem Bayern-Spiel gegen Real wird noch einmal geprüft. Trainer Carlo Ancelotti und sein Team fühlen mit den BVB-Kollegen und Marc Bartra.

 

 

 

 

Nach der Attacke auf den Bus von Borussia Dortmund überprüft die Münchner Polizei noch einmal das Sicherheitskonzept für den Champions-League-Klassiker zwischen dem FC Bayern und Real Madrid. Die Verantwortlichen werden nach Angaben eines Sprechers am Vormittag über mögliche Konsequenzen für das Viertelfinal-Hinspiel am Mittwochabend beraten.

 

Zur Bewertung der Lage stünden die Beamten auch in Kontakt mit der Dortmunder Polizei, sagte der Sprecher am Mittwochmorgen. Er betonte aber gleichzeitig: «Wir haben keinerlei Gefährdungshinweise für München und das Spiel.» Im Fall des Sprengstoff-Angriffs auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. In einem Bekennerschreiben gibt es Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund der Tat.

 

 

Bayern sendet Marc Bartra und dem BVB beste Wünsche

 

 

Vor dem eigenen Viertelfinale sandten die Münchner und Trainer Carlo Ancelotti ihre besten Wünsche an die Dortmunder Kollegen – allen voran an den verletzten Abwehrspieler Marc Bartra. «Unsere ganze Unterstützung für den BVB und den Wunsch für eine baldige Genesung für Marc Bartra», erklärte Coach Ancelotti. «Alles Gute, Marc Bartra und dem gesamten BVB», wünschte der FC Bayern.

 

Die Vorfälle vom Dienstagabend beeinflussen die Vorbereitungen der anderen Champions-League-Partien. Nachdem neben dem Dortmunder Mannschaftsbus drei Sprengsätze explodiert und der spanische Fußball-Profi Bartra sowie ein Polizist verletzt worden waren, hatte die Münchner Polizei am Abend einen Einsatzzug im Viertel des Hotels von Real Madrid auf Streife geschickt.

 

 

70.000 Menschen werden heute in der Allianz Arena erwartet

 

 

Die Beamten seien wegen einer größeren Fan-Versammlung bereits zuvor am Hilton-Hotel am Tucherpark gewesen und angesichts der ersten Meldungen aus Dortmund dort behalten worden, sagte der Sprecher der Polizei.

 

Beim Viertelfinal-Hinspiel am Mittwochabend in der mit 70 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena müssen sich die Besucher auf intensive Sicherheitskontrollen einstellen. Eine rechtzeitige Anreise ist ratsam. Nach der Anschlagsserie von Paris und der Terrorwarnung beim Länderspiel in Hannover im November 2015 waren die Sicherheitsvorkehrungen in deutschen Stadien verschärft worden.

 

Statement der Münchner Polizei zum Champions  League Spiel  

Das Sicherheitskonzept der Münchner Polizei für Fußballspiele in der Allianz Arena wurde in den letzten beiden Jahren und vor allem nach dem abgesagten Länderspiel in Hannover im November 2015 nachjustiert und neueren sicherheitsrelevanten Erkenntnissen angepasst. Wir können mit ruhigem Gewissen sagen, dass wir im Stadion und auf den Wegen zum Stadion einen sehr, sehr hohen Sicherheitsstandard durchgehend gewährleisten können.   
Natürlich machen wir uns auf Grund des Vorfalls in Dortmund Gedanken, wie wir auch den Schutz der Mannschaften sowie den Transport der Teams zum Stadion im Detail noch besser absichern können. Dazu wurden bereits gestern Abend zusätzliche Einsatzkräfte der Polizei hinzugezogen, die die Bereiche um die Hotels der Mannschaften noch genauer im Auge haben. Die Kräfte der Polizei für den Fußballeinsatz wurden von 370 auf momentan 450 Beamte erhöht. Wir stehen in einem intensiven Informationsaustausch mit der Dortmunder Polizei und weiteren Sicherheitsbehörden.  
Wir haben bereits dafür gesorgt, dass die Busse, die für den Transport der Mannschaften benutzt werden, noch mehr in unser Sicherheitskonzept integriert wurden.   
Hervorzuheben ist, dass wir keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung weder der beiden Mannschaften noch der Fans hier in München haben.   
Aus dem Blickwinkel der Münchner Polizei lässt sich zusammenfassend sagen:  
Sie können sich darauf verlassen, dass wir alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um für einen sicheren Fußball Abend zu sorgen. Dabei werden wir auch immer mit einem verhältnismäßigen Aufwand und dem gebotenen Fingerspitzengefühl vorgehen.

 

 

 

dpa/Polizei München