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Nach einem heftigen Wochenende: Alkohol hält Bundespolizei in Atem

Spucken, kratzen, erbrechen – mit was sich die Beamten der Bundespolizei regelmäßig im Zusammenhang mit alkoholisierten Unruhestiftern herumschlagen müssen, kann sich ein Außenstehender kaum vorstellen. Am vergangenen Wochenende war es besonders schlimm – hier einige Auszüge aus dem Alltag der Polizeibeamten.

 
Freitag, 30. Januar

 

Bereits am Freitagnachmittag drohte ein 46-Jähriger aus Berg am Laim am  S-Bahnhaltepunkt Marienplatz  ins Gleis zu stürzen. Der Mann war so betrunken, dass er nicht mehr laufen konnte.  Die Polizisten brachten den Mann nach Hause.

 

Gegen 18 Uhr desselben Tages lag auf der Empore eines  Schnellrestaurants am Hauptbahnhof ein 29-Jähriger mit 3,46 Promille Atemalkohol am Boden. Er wurde zum Schutzgewahrsam in die nahe Wache verbracht. Nachdem der 29-Jährige versuchte, sich in der Zelle die Pulsadern aufzukratzen, wurde er in ein Klinikum gebracht.

 

Und noch ein Vorfall ereignete sich am selben Abend: Kurz von 22 Uhr wurde einem 46-jährigem Bahnsicherheitsmitarbeiter in der S4 mit der Faust in’s Gesicht geschlagen. Täter war ein stark alkoholisierter 29-Jähriger aus Sendling. Er traf den Mann an der linken Schläfe und spuckte ihm ins Gesicht.

 


Samstag, 31. Januar


In den frühen Morgenstunden des Samstags gab es angeblich wiederum gewalttätige Übergriffe in der S-Bahn. Kurz nach 1 Uhr soll ein bislang unbekannter Mann einem 16-Jährigen aus Leipheim dreimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

 

Um 3 Uhr am Samstag wurde ein 35-Jähriger aus Bogenhausen nach wiederholtem Hausfriedensbruch am Hauptbahnhof unter erheblichem Alkoholeinfluss in Schutzgewahrsam genommen. Eine Heimreise war dem 35-Jährigen, der einen freiwilligen Atemalkoholtest verweigerte, nicht mehr ohne erhebliche Eigengefährdung möglich. Er wurde kurz vor 7 Uhr wieder aus dem Gewahrsam entlassen.

 

Um 08:40 Uhr am Samstag wurde ein stark alkoholisierter 35-Jähriger aus Bogenhausen in einem Geschäft am Ostbahnhof angetroffen. Er konnte seinen Weg nicht alleine fortsetzten. Da sich sein Zustand in der Wache verschlechterte und er zudem eine frische Platzwunde im Gesicht hatte, brachte der verständigte Rettungsdienst den Mann in eine Münchner Klinik.

 

Um 21:30 Uhr soll ein 33-jähriger Pole, nach einem verbalen Streit, bei dem es auch zu Beleidigungen gekommen sein soll, am Hauptbahnhof einem 43-jährigen Polen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Nachdem der Geschädigte am Boden lag, soll der 33-Jährige mit den Füßen nach ihm getreten haben. Ein weiterer Pole hielt den Angreifer zurück. Eine Streife der Bundespolizei stellte den Täter wenig später. Alle drei waren alkoholisiert. Beim mutmaßlichen Täter wurden 2,75 Promille, beim Geschädigten, der eine blutende Wunde an der Unterlippe aufwies, 1,85 Promille und beim Zeugen 3,14 Promille gemessen.

 

Kurz vor 22 Uhr meldete sich ein 39-jähriger Zugbegleiter. Der Franzose soll im Zug von Paris nach München auf Höhe Augsburg während der Fahrscheinkontrolle von einem Mann erst mit Worten beleidigt und anschließend mit der Faust in den Rücken geschlagen worden sein. Der 45-jährige mutmaßliche Täter aus Ramersdorf war mit vier Freunden auf dem Weg nach Hause. Der Zugbegleiter klagte über Rückenschmerzen und begab sich in ärztliche Behandlung. Der 45-Jährige hatte einen Atemalkoholwert von 2,1 Promille.

 

 

Sonntag, 1. Februar

 

Gegen 01:30 Uhr am Sonntag wurde ein 27-jähriger Pole schlafend auf einer Sitzbank auf Bahnsteig 1/2 des Ostbahnhofes angetroffen. Er hatte eine Platzwunde über dem linken Auge. Ein Reisender, der vergeblich versuchte den Alkoholisierten zu wecken, informierte Rettungskräfte.

 

Eine motorisierte Streife der Bundespolizei erkannte gegen 01:45 Uhr an der Ecke Landsberger – Friedrich-von-Pauli-Straße einen Streit. Im Verlauf dessen stieß ein 27-jähriger Italiener einem bislang Unbekannten mehrfach mit voller Wucht mit beiden Händen gegen den Oberkörper. Beide Personen wurden durch die Streife getrennt. Kurz darauf ging der Italiener auf seinen ebenfalls 27-Jährigen Bekannten los. Nur mit Mühe und unter Hilferuf weiterer Einsatzkräfte gelang es der Bundespolizeistreife die beiden Personen zu trennen. Mehrere Streifen der Bayerischen Landespolizei unterstützen die Kollegen und übernahmen die Ermittlungen. Im Verlauf des Einsatzes war eine Beamtin der Bundespolizei an der Lippe getroffen und leicht verletzt worden. Beim Italiener wurden 1,18 Promille Atemalkohol gemessen.

 

Gegen 02:25 Uhr wurde eine 21-Jährige aus Ottobrunn am Ostbahnhof alkoholisiert und sich erbrechend am Bahnsteig 4 angetroffen. Die junge Frau, bei der 2,14 Promille Atemalkohol gemessen wurden, konnte ihre Weiterreise nicht alleine fortsetzen und blieb zur Ausnüchterung beim Revier am Ostbahnhof.

 

Gegen 05:30 Uhr begab sich am S-Bahnhaltepunkt Berg am Laim ein 17-jähriger Kosovare in den Gleisbereich. Er wurde von einem Rangierlokführer beobachtet, angesprochen und aus Gleisbereich entfernt. Der Jugendliche wurde aggressiv und renitent. Er wollte zurück in den Gleisbereich um in die andere Richtung zu gehen. Es kam zu keiner Beeinträchtigung des Zugverkehrs. Der Kroate wurde von einer alarmierten Streife der Bundespolizei mit einem Verwarnungsgeld (25 Euro) belegt.

 

Um 08:50 Uhr des Sonntags soll ein 23-jähriger Türke einem 43-jährigen Senegalse am Ostbahnhof mit der flachen Hand auf die Nase geschlagen haben. Zuvor soll der Senegalese den Türken rassistisch beleidigt haben. Beide waren alkoholisiert. Beim Türken wurden 2,14 Promille und beim Senegalesen 1,34 Promille Atemalkohol festgestellt.

 

 

 

Solche und andere Vorkommnisse gehören für die Beamten der Bundespolizei zum Alltag. Alkohol mit Abstand ist der häufigste Einsatzgrund. Einige der am Wochenende aufgenommenen Fälle können unter Umständen durch Überwachungskameras aufgeklärt werden – bei den meisten bleibt aber nur ein verständnisloses Kopfschütteln übrig.

 

 

jn / Polizei