Nach Kokain-Fund: Ermittler wollen an Hintermänner

Es ist ein großer Erfolg in Sachen Rauschgiftkriminalitätsbekämpfung: Drogenfahnder haben eine Tonne Kokain sichergestellt. Jetzt wollen die Ermittler die Hintermänner fassen.

 

Nach der Sicherstellung von fast einer Tonne Kokain an mehreren Orten in Deutschland wollen die Ermittler die Hintermänner fassen. Ziel sei zudem, Organisationsstrukturen der Täter offenzulegen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München.

 

Am Montag war bekanntgeworden, dass Spezialisten der bayerischen Polizei und des Zolls in den vergangenen Monaten 950 Kilogramm Kokain sichergestellt hatten. Zwölf Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Es sei die spektakulärste Sicherstellung der Geschichte des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA), betonte der Leiter Robert Heimberger.

 

 

Nach Angaben der Ermittler war das Rauschgift in Ecuador in kleinen Päckchen in Bananenkisten versteckt und nach Hamburg verschifft worden. Von der Hansestadt aus wurden die Kisten in Hallen in ganz Deutschland gebracht, wo die Bananen weiter reifen sollten. Bewaffnete Täter brachen zwischen Juli 2017 und April 2018 immer wieder in die Hallen in Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und im Saarland ein, um das Kokain zu holen.

 

Im April schlugen Spezialeinsatzkräfte in Hamburg zu und erwischten neun Tatverdächtige mit rund 180 Kilogramm des Rauschgifts. Später wurden drei weitere Verdächtige gefasst. Spezialisten des Landeskriminalamts gehen davon aus, dass die Drogenbande mit insgesamt rund 1,8 Tonnen Kokain handeln wollte – mit einem Schwarzmarktwert von etwa 400 Millionen Euro.

 

dpa