U-Bahn-Station in München

Nach Kontrolle aggressiv: Schwarzfahrer bedroht Schaffner

Am letzten Freitag kam es am U-Bahnhof Aidenbachstraße zu einer Handgreiflichkeit. Ein Schaffner der MVG hatte einen Schwarzfahrer kontrolliert und gestellt. Als er dessen Personalien aufnehmen wollte, wurde der Schwarzfahrer aggressiv und drohte dem Kontrolleur. Nun ermittelt die Polizei wegen räuberischer Erpressung.

 

In der U3 in Richtung Fürstenried West fiel dem Schaffner um 16:25 Uhr ein Mann auf, der keine Fahrkarte vorzeigen konnte. Dieser gab daraufhin an, den Fahrschein zu Hause vergessen zu haben. Wie es in solchen Fällen üblich ist, muss der Schaffner den Fall aufnehmen. Stimmt die Aussage des Schwarzfahrers, bekommt er meist die Möglichkeit, den vergessenen Fahrausweis nachzuzeigen. Dafür muss der Schaffner aber in jedem Fall die Personalien des Fahrgastes aufnehmen.

 

Der Schwarzfahrer stieg daraufhin mit dem Kontrolleur am U-Bahnhof Aidenbachstraße aus und zeigte sich zunächst kooperativ. Doch der Schaffner wollte die Angaben des Fahrgastes polizeilich überprüfen – eine gängige Praxis. Daraufhin rastete der junge Fahrgast aus und griff den Kontrolleur an. Außerdem drohte der Unbekannte dem MVG-Mitarbeiter, ihn  ins Gleisbett zu schubsten, sollte dieser ihn nicht in Ruhe lassen.

 

Davon war der Kontrolleur wohl so überwältigt, dass er von dem Delinquenten abließ. Auch den Passanten, die den Vorfall beobachtet hatten, riet er, den Täter nicht aufzuhalten. Daher konnte der Unbekannte vom Tatort fliehen. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung aufgenommen. Das Strafgesetzbuch sieht für solche Taten eine Freiheitstrafe von mindestens sechs Monaten vor.

 

 

Täterbeschreibung und Zeugenaufruf der Polizei: 

 

Männlich, ca. 21 Jahre alt, ca. 195 cm groß, ca. 110 kg schwer,
kräftig gebaut, rundliches Gesicht, halblange dunkle Haare, Drei-
Tage-Bart, sprach deutsch ohne Akzent.

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden
gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat
21, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in
Verbindung zu setzen.