Nach Modellauto-Affäre: Haderthauer tritt zurück

München:  Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) tritt wegen der Modellauto-Affäre zurück. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Montagabend aus CSU-Kreisen.


Haderthauer steht seit längerem wegen der Affäre in der Kritik. Gegen sie wird wegen Betrugsverdachts ermittelt. Zwischenzeitlich war auch heiß darüber diskutiert worden, ob  ihre Immunität wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens aufgehoben werden soll oder nicht. Erst am Freitag hatte münchen.tv über den wachsenden Druck auf die Staatskanzleichefin berichtet.

 

Die SPD-Landtagsfraktion hatte zwei unabhängige Gutachten vorgestellt, die belegen sollen, dass Haderthauer, rechtlich gesehen, in der Zeit als sie bereits Sozialministerin war, auch noch Mitgesellschafterin in der umstrittenen Modellbaufirma Sapor gewesen sein soll.

 

 

Hintergrund ist eine Anzeige, die der frühere Mitgesellschafter des Unternehmens Sapor Modelltechnik eingereicht hat. Darin wirft der französische Geschäftsmann Roger Ponton dem Ehepaar Hubert und Christine Haderthauer vor, ihn um mehrere 10 000 Euro geprellt zu haben.

 

Seehofer hatte wiederholt Haderthauers Krisenmanagement in Zusammenhang mit ihrem Engagement bei dem Modellautohersteller kritisiert, sich aber ansonsten hinter seine Ministerin gestellt.

 

Die Landtags-Opposition hatte Seehofer mit einem gemeinsamen Antrag aufgefordert, seine Staatskanzleichefin zu entlassen. Für den 16. September war auf Initiative von SPD, Freien Wählern und Grünen eine Sondersitzung des Parlaments zum Fall Haderthauer geplant.

 

pm / dpa