Das Pferdegespann einer Münchner Brauerei, © Symbolfoto

Nach PETA-Anzeigen: Wiesn-Pferde sollen besser geschützt werden

Nach mehreren Anzeigen der Tierschutzorganisation PETA sollen die Brauereipferde rund um das Münchner Oktoberfest besser geschützt werden. In einem Fall sei nun auch einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz festgestellt worden. Eine Brauerei sei außerdem aufgefordert worden ihre Pferde besser zu halten.

 

Die Tierschutzorganisation PETA wertet es als ein Signal für die Münchner Brauereien, die, wie es schon seit Jahren Tradition ist, ihr Bier auch mit Pferden und ihren prachtvoll geschmückten Brauereigespannen zur Wiesn transportieren. Für sie ist aber genau diese Tradition eine Quälerei für die Pferde. So hatten die Tierschützer im vergangenen Jahr mehrere Anzeigen gegen Brauereien und Pferdehalter ins Rollen gebracht, weil sie der Meinung waren, dass es Haltungsmissstände und sogar Misshandlungen der Tiere gegeben habe.

 

In einem Fall sei ein Gespann bei einer Präsentation der Brauereikutschen auf dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest im Morast hängen geblieben. Um das Gefährt wieder in Gang zu setzen, seien die Pferde wiederholt mit Schlägen und Stichen durch Bogenpeitsche und Gespannleinen sowie durch heftiges Rucken und Ziehen am Zaumzeug traktiert worden, heißt es von PETA. Nach einer Strafanzeige im November 2016 habe die Staatsanwaltschaft München I nun mitgeteilt, dass die Fuhrleute laut einem Gutachten unangemessen gehandelt und gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hätten.

 

Es ergab sich jedoch nur der Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit. Das Verfahren wurde deshalb zur weiteren Verfolgung zuständigkeitshalber an die Verwaltungsbehörde abgegeben. Die Videoaufzeichnungen des Vorfalls haben demnach nicht eindeutig belegen können, dass durch das Verhalten der Fuhrleute ein „länger anhaltendes Leiden“ der Tiere verursacht wurde.

 

Brauerei soll Pferde besser halten

 

In einem weiteren Fall hatte PETA Ende 2016 die Verantwortlichen einer Brauerei bei der Münchner Veterinärbehörde wegen der Anbindehaltung von Pferden während des Oktoberfests angezeigt.“ Die Tiere wurden – sofern sie nicht auf dem Oktoberfest Kutschen ziehen mussten – in der Landsberger Straße ständig angebunden in schmalen, halb offenen Boxen gehalten“, so PETA. Laut der Pressemeldung habe das Kreisverwaltungsreferat dazu mitgeteilt, dass die Brauerei bis zum nächsten Oktoberfest eine tierschutzgerechte Aufstallungsform, beispielsweise eine Einzelboxenhaltung, umsetzen solle.

 

Weiter hat die Tierrechtsorganisation den schlechten Zustand der Hufe bestimmter Pferde auf dem Oktoberfest angezeigt. Die zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführte Überprüfung bestätigte diesen Vorwurf laut Behörde nicht.

 

Für die Tierschützer sei die Pferdenutzung auf dem Oktoberfest untrennbar mit Tierleid verbunden und gehöre verboten.