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Nach Türkeireferendum: CSU-Politiker für Ende des Doppelpasses

Eine Mehrheit der in Bayern lebenden Türken hat für das Präsidialsystem von Staatschef Recep Tayyip Erdogan gestimmt. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hält das für einen «Irrwitz» und bekräftigt seine Forderung nach einem Ende des Doppelpasses.

 

Nach der überwiegenden Zustimmung der in Bayern lebenden Türken zu einem Präsidialsystem in Ankara hat CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer erneut ein Ende des Doppelpasses gefordert. «Wir brauchen die Rückkehr zum bewährten Optionsmodell. Der deutsche Pass ist kein Ramschartikel, den man neben der Staatsbürgerschaft des Herkunftslandes mal noch mitnimmt», sagte er am Dienstag.

 

Eine Mehrheit der in Bayern lebenden Türken hatte für das Präsidialsystem von Staatschef Recep Tayyip Erdogan gestimmt – und damit nach der Auffassung von Scheuer die in der Türkei lebenden Landsleute in eine Autokratie geschickt. Das sei «ein Irrwitz aus Absurdistan», sagte er.

 

Der deutsche Pass könne nur am Ende eines gelungenen Integrationsprozesses stehen, sagte Scheuer. Bereits im März hatte er angesichts der jüngsten deutsch-türkischen Auseinandersetzungen für eine Rückkehr zum Optionsmodell plädiert. Auch der CSU-Politiker Stephan Mayer hatte am Montag in der «Welt» seine Forderung nach einer strengeren Regelung beim Doppelpass bekräftigt.

 

Im Generalkonsulat München stimmten nach dem vorläufigen Ergebnis der türkischen Wahlkommission 62,7 Prozent der in Bayern lebenden Türken mit «Ja», 37,3 Prozent mit «Nein». Im Generalkonsulat Nürnberg war die Zustimmung geringer, lag mit 55,4 Prozent aber immer noch in der Mehrheit. 44,6 Prozent der Wähler stimmten dort mit «Nein».

 

Sehen Sie im Video, wie kontrovers Münchner Türken über das Referendum diskutieren

 

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dpa