Nach Zugunglück: Mehr als 300 Menschen wollen Blut spenden

Mehr als 300 Menschen haben sich nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling zu Blutspenden bereiterklärt.

 

„Nach der überwältigenden Resonanz der Spender, hat sich die Lage bereits nach einem Tag wieder beruhigt“, teilte der Blutspendedienst München am Mittwoch auf seiner Homepage mit, der tags zuvor zu Spenden aufgerufen hatte. „Damit können die Verletzten im betroffenen Unglücksgebiet versorgt werden.“ Mit der großen Spendenbereitschaft seien die Kapazitäten der Zentrale gesprengt worden. Mehr als 250 Spenden hätten dort nicht angenommen werden können, teilte er auf Twitter mit.

 

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dankte Blutspendern für ihre Hilfsbereitschaft. „Hunderte Menschen haben am Faschingsdienstag spontan Blut gespendet und dafür langes Warten in Kauf genommen“, sagte sie. „Jeder Blutspender hilft dabei, Menschenleben zu retten.“ Huml dankte auch den Ersthelfern, Ärzten und Pflegern in den Krankenhäusern. Bei dem Zusammenstoß zweier Pendlerzüge in Bad Aibling waren am Dienstag zehn Menschen gestorben und Dutzende verletzt worden.

 

Dritte Blackbox aus Unglückszug noch nicht geborgen

 

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rechnet damit, dass die dritte sogenannte Blackbox aus den bei Bad Aibling verunglückten Zügen noch am Mittwochnachmittag geborgen werden könnte. Ohne eine Analyse der Daten dieses Fahrtenschreibers, der ähnlich wie in Flugzeugen Informationen über das Fahrzeug sammelt, sei eine Klärung des Hergangs schwierig. Zwei dieser Boxen seien bereits geborgen worden. Nach der bisherigen Auswertung gebe es keine Hinweise auf einen technischen Fehler oder Fehler bei der Signalbedienung durch einen der Lokführer, sagte Dobrindt am Mittwoch in Bad Aibling im Sender n-tv vor einer Pressekonferenz. „Das sagt aber noch nichts darüber aus, was am Ende der Untersuchung stehen wird“, sagte Dobrindt. Bisher sei die Ursache noch unklar.

 

rico güttich / dpa