Die Mauer zwischen einem Flüchtlingsheim und einem Wohnviertel in Neuperlach.

Nailastraße: Die viel diskutierte Flüchtlingsunterkunft wird endlich bezogen

Über wohl kaum eine Flüchtlingsunterkunft wurde so viel diskutiert, wie über diese. Der Grund: Die vier Meter Hohe Mauer davor. Nach langem Leerstand ist die Unterkunft nun im Dezember endlich bezogen worden.

 

„Build bridges, not walls“ steht auf der vier Meter hohen Mauer an der Flüchtlingsunterkunft in der Nailastraße. Aus Lärmschutzgründen hatte die Stadt München diese Mauer für mehr als 200.000 Euro gebaut. Die Unterkunft war ursprünglich für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gedacht und verfügt u. A. über einen Bolzplatz, daher hatten Anwohner Angst vor Lärm durch spielende Kinder befürchtet. Protest regte sich, gegen die Mauer. Und doch wurde sie gebaut.

 

Rund sechs Monate Leerstand

 

Im Oktober geriet die Unterkunft in Neuperlach erneut in die Diskussion. Der Grund: Seit Mai ist die umstrittene Gemeinschaftsunterkunft bezugsfertig, und noch immer wohnt niemand darin. Die Stadt begründet, es kämen mittlerweile einfach nicht mehr so viele Flüchtlinge nach München. Doch man überlege, die Nutzung der Unterkunft zu ändern: Statt unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sollen alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern in der Nailastraße einziehen.

 

 

Endlich kommen die Bewohner

 

Am 27. November schließlich ziehen alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern in die Unterkunft ein. Vorher waren sie in der Rosenheimer Straße untergebracht, hier haben sie aber vor allem Ruhe und Privatsphäre vermisst. Beides ist in den neuen Räumlichkeiten schon geboten.

 

Die Unterkunft für geflüchtete Frauen ist ein Kooperationsprojekt der paritätischen Träger Condrobs, Frauenhilfe München und pro familia. Die dort lebenden Frauen und Kinder werden rund um die Uhr betreut. Das paritätische Kooperationsprojekt steht für die Gewährleistung der Sicherheit besonders schutzbedürftiger Menschen in allen Flüchtlingsunterkünften. Entspanntes und sicheres Zusammenleben – das wünscht man sich für die Räume in der Nailastraße. Und dann kann hoffentlich endlich Ruhe einkehren, in der viel diskutierten Unterkunft.