Streik im öffentlichen Dienst am Stachus

Neue Warnstreiks im öffentlichen Dienst – Uni-Kliniken betroffen

Wenige Tage vor der voraussichtlich entscheidenden Verhandlungsrunde im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst erhöhen die Gewerkschaften den Druck. Das dürften am Dienstag auch Patienten in Bayern zu spüren bekommen.

 

Patienten an Bayerns Universitäts-Kliniken müssen sich am Dienstag unter Umständen auf längere Wartezeiten einstellen. Grund sind neue Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Die Gewerkschaft Verdi hat mehr als 2000 Beschäftigte in ganz Bayern in den Ausstand gerufen. Mitarbeiter der Uni-Kliniken in München, Regensburg und Erlangen sollen sogar zwei Tage lang in den Warnstreik treten. Notdienstvereinbarungen sollen aber sicherstellen, dass Notfälle jederzeit versorgt werden.

 

In den Münchner Universitäts-Kliniken legten die Beschäftigten seit 5 Uhr die Arbeit nieder, berichtete Heinrich Birner von der Gewerkschaft Verdi. Weil sich die Pflegekräfte der Uni-Klinik in Großhadern dem Warnstreik am frühen Dienstagmorgen anschlossen, mussten 61 Betten gesperrt werden. Die Versorgung von Notfällen könne aber weiterhin gewährleistet werden.

 

Streik im öffentlichen Dienst von Verdi

 

In der Uni-Klinik Erlangen sei die Lage angespannt, sagte er. Vier Stationen mussten komplett gesperrt werden, in drei weiteren wurde die Bettenanzahl stark reduziert. Zusätzlich musste die OP-Kapazität verringert werden. „Derzeit können nur etwa 40 Prozent der OP-Säle genutzt werden“, teilte der Pressesprecher der Uni-Klinik Erlangen am Dienstag mit.

 

Die Lage im Regensburger Uni-Klinikum beschrieb die Presseabteilung als relativ entspannt. Behandlungen und Operationen, die medizinisch nicht zeitkritisch seien, würden wegen des Warnstreiks verschoben.

 

Auch Beschäftigte in Museen, Straßen- und Autobahnmeistereien, Studentenwerken, Ämtern, Theatern und der Schlösser- und Seenverwaltung sollen vorübergehend die Arbeit ruhen lassen. In München, Regensburg und Erlangen soll es zentrale Kundgebungen geben.

 

Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro. Die Länder haben die Forderungen der Gewerkschaft bisher als überzogen zurückgewiesen. Ende des Monats soll es nun eine neue Verhandlungsrunde geben.

 

dpa