Neugeborenes im Zug – jetzt übernimmt die Wiener Polizei

Nachdem gestern die Leiche eines Neugeborenen am Hauptbahnhof München in einem Zug aus Budapest auf der Toilette gefunden wurde, meldet die Polizei heute:

Das Baby ist laut Gerichtsmedizin wohl irgendwann auf der Strecke zwischen Wien und St. Pölten auf die Welt gekommen, und fand noch vor München den Tod.

Deswegen übernimmt jetzt die Polizei Wien den Fall.

Unterdessen ist klar geworden: Es könnte sich bei der Täterin um eine dunkelhaarige, höchstens 20 Jahre alte Frau handeln – wahrscheinlich asiatischer Herkunft –  die auf der Strecke im Speisewagen gesehen worden ist.

Im Speisewagen hatte die Polizei auf einem Sitzplatz auch Blutspuren entdeckt, die wohl von derselben Person stammen, die während der Geburt das gefundene Blut auf der Toilette verloren hatte.

Zeugen sollen sich jetzt möglichst an das Wiener Landeskriminalamt unter der Rufnummer +43/(0)31310/33800 wenden!

 

Hintergrund:

 

In den frühen Morgenstunden des  Dienstags, den 20.05. 2014, wurde über die Bundespolizei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums München mitgeteilt, dass bei Reinigungsarbeiten eines Zuges der ÖBB in der Toilette ein Neugeborenes tot aufgefunden wurde.

 

Bei dem Zug handelt es sich um den RJ (Railjet) 68, der am gestrigen Montag, 19.05.2014, um 15:10 Uhr, von Budapest (Ungarn) über Wien, Salzburg und Rosenheim nach München fuhr. Die Ankunft am Münchner Hauptbahnhof erfolgte gegen 22.55 Uhr (geplante Ankunft: 22:32 Uhr).

 

Zur Klärung der Todesumstände findet derzeit eine Obduktion im Institut für Rechtsmedizin der LMU München statt.
Aufgrund der Spurenlage besteht die Möglichkeit, dass sich die Mutter im Speisewagen des Zuges aufgehalten hat und dann das Kind in der Toilette zur Welt brachte. Ob zu diesem Zeitpunkt das Neugeborene noch gelebt hat, muss ebenfalls durch die Obduktion geklärt werden.

Die Obduktion hat gezeigt: Das Baby war ein Junge und lebte bei der Geburt noch. Die Mutter oder ein dritter hat das Kind mittels Gewalteinwirkung umgebracht. Die Polizei ist jetzt fieberhaft auf der Suche nach Zeugen, die die schwangere Frau im Zug oder nach der Geburt gesehen haben könnten.

adc / jn / Polizei