NSU-Prozess: Böhnhardt-Clique soll schon 1992 Waffen gehabt haben

Nach Angaben eines Zeugen im NSU-Prozess sind in der Jugendbande des Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt bereits 1992 Waffen im Umlauf gewesen.

 

Er habe bei einem der Mitglieder „zwei oder drei“ Waffen auf dem Tisch liegen sehen, berichtete der Zeuge, der der Bande in Jena gemeinsam mit Böhnhardt angehörte, am Montag vor dem Oberlandesgericht in München. Nach seiner Erinnerung waren es Revolver oder Pistolen.

 

Böhnhardt bezeichnete der Zeuge als „lustig“, er habe ihn aber auch gefürchtet, denn dieser habe „ruck zuck“ die Stimmung wechseln und sehr aggressiv werden können. Über dessen damalige politische Gesinnung wisse er nicht viel. Böhnhardt habe aber Springerstiefel, Glatze und Bomberjacke getragen. Andere Mitglieder der Clique seien eindeutig rechtsradikal gewesen.

 

Die Bande habe viele Straftaten begangen, darunter Autodiebstähle und Einbrüche. Der Zeuge gab zudem an, aus Angst vor seinen früheren Freunden Jena verlassen zu haben. Er sei mehrmals bedroht und verprügelt worden, möglicherweise, weil er zu viel wisse.

 

Den Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) werden unter anderem zehn Morde zur Last gelegt. Böhnhardt und Uwe Mundlos töteten sich nach einem Banküberfall selbst, Beate Zschäpe steht mit weiteren Angeklagten in München vor Gericht.

 

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RG / dpa