Beate Zschäpe steht im Verhandlungssaal des NSU-Prozesses, © Beate Zschäpe im Oberlandesgericht

NSU-Prozess: Die Spur der Waffe

Langsam aber sicher bringt der NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe ans Licht, auf welchem Weg das Terrortrio aus Zwickau an die Waffe gekommen ist, mit der es ausländische Geschäftsmänner ermordet haben soll.

Jugendfreunde könnten die Spur sein

Ein Schweizer, der an der Beschaffung der wichtigsten Mordwaffe des NSU-Trios beteiligt gewesen sein soll, hat Kontakt zu einem Jugendfreund des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt in Jena zugegeben. Das sagte ein Berner Kripo-Ermittler, der seinen Landsmann vernommen hatte, am Mittwoch als Zeuge im Münchner NSU-Prozess aus. Der Schweizer habe in Jena einen Autoteile-Handel betrieben. Nach den Ermittlungen der Schweizer Polizei habe er die Pistole vom Typ „Ceska“ in der Schweiz erworben. Er bestreite das aber, mit Waffengeschäften habe er nie etwas zu tun gehabt.

Auf welchem Weg die Waffe nach Deutschland kam ist nicht geklärt. Das Bundeskriminalam vermutet, dass der Böhnhardt-Freund daran mitwirkte. Mit der Pistole hatte der „Nationalsozialistische Untergrund“ neun Morde begangen. Nur bei dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter wurde die „Ceska“ nicht verwendet.

 

Kritik aus rechter Szene

Der frühere Neonazi-Anführer Tino Brandt hat das NSU-Verfahren gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Terrorhelfer als „Schauprozess“ geschmäht. „Ich halte diese NSU-Mordgeschichte privat nicht für glaubhaft und das für einen Schauprozess“, sagte Brandt, einst gut bezahlter V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes, am Mittwoch als Zeuge vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG). Die Angeklagten würden „mit Sicherheit“ verurteilt, ob die Vorwürfe stimmten oder nicht, und damit müsse man dann eben leben.

adc / dpa