NSU-Prozess: Ehefrau von Wohlleben verweigert Aussage

Die Ehefrau von Ralf Wohlleben, der im Münchner NSU-Prozess als Helfer des Trios angeklagt ist, hat die Aussage vor dem Oberlandesgericht (OLG) München verweigert. Sie berief sich am Donnerstag auf das Schweigerecht, das ihr als Ehefrau gesetzlich zusteht. Angaben machte sie lediglich zu ihren Personalien. Sie arbeite in einer «Kundenbetreuung», sagte sie. Bis zur Festnahme ihres Mannes war sie Kindergärtnerin. Wohlleben begrüßte seine Frau auf der Anklagebank mit einer Umarmung und einem Kuss. Den weiteren Verlauf des Verhandlungstages verbrachten sie zunächst Händchen haltend. Wohllebens Frau hatte vereinzelt auch schon an früheren Prozesstagen als Angeklagten-Beistand neben ihm gesessen.

 

 

Ralf Wohlleben ist als Unterstützer des NSU-Trios angeklagt und soll im Vorfeld und bei der Unterstützung der Terroristen eine herausgehobene Rolle gespielt haben.

Außerdem will das Gericht noch heute einen Rosenheimer Polizeibeamten anhören, der einen Ex-Freund von Beate Zschäpe vernommen hat. Dieser Mann gehörte ebenfalls zu den Unterstützern. Er soll dem Trio Sprengstoff besorgt und für einen konspirativen Unterschlupf gesorgt haben.

Die Anklage wirft dem «Nationalsozialistischen Untergrund» zehn überwiegend fremdenfeindliche Morde und zwei Sprengstoffanschläge vor.

 

 

jn / dpa