Beate Zschäpe im NSU-Prozess

NSU-Prozess: Nebenkläger verlangt lebenslange Haft für Beate Zschäpe

Der Nebenklage-Anwalt Mehmet Daimagüler hat im NSU-Prozess eine lebenslange Freiheitsstrafe für die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe verlangt. Er unterstützte damit am Dienstag die Strafforderung der Bundesanwaltschaft.

 

Daimagüler sagte in der Fortsetzung seines Plädoyers, seine Mandanten nähmen Zschäpes Entschuldigungen nicht an. Der Anwalt vertritt vor dem Oberlandesgericht München Angehörige von Abdurahim Özudogru und Ismail Yasar. Beide Männer waren laut Anklage von Zschäpes Gesinnungsgenossen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Nürnberg erschossen worden.

 

Daimagüler sagte, Zschäpe sei ein vollwertiges Mitglied des «Nationalsozialistischen Untergrunds» gewesen. Sie habe sich als «Herrenmensch» und «Herrin über Leben und Tod aufgespielt». «Was haben Sie denn für Deutschland getan?», fragte Daimagüler die Hauptangeklagte direkt. Als Gegensatz beschrieb er die Tochter eines iranischstämmigen Kölner Geschäftsmannes: Diese sei bei einem Bombenanschlag des NSU schwer verletzt worden, habe aber trotzdem Abitur und Medizinstudium geschafft, so dass sie heute «Tag für Tag in ein Krankenhaus geht und Menschenleben rettet».

 

Nach Daimagüler wollen weitere Nebenkläger plädieren. Erstmals wollen dabei auch unmittelbare Hinterbliebene eines NSU-Mordopfers sprechen. Zschäpe war im November 2011 festgenommen worden. Ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich zuvor das Leben genommen.

 

dpa