Einsatz der Bundespolizei am letzten Wiesnsamstag, © Bild: Bundespolizei

Oktoberfest 2016: Wiesn-Polizeiberichte (01.10.2016)

München – Goldener Oktober? Für die Beamten der Bundespolizei zumindest am dritten Wiesn-Samstag wohl eher nicht. Der Auftakt ins dritte und zugleich verlängerte Wiesn-Wochenende hatte es für die Bundespolizisten in München in sich. Polizeieinsätze am laufenden Band hielten die Uniformierten in Atem. Von Wildbieslern, einem Junkie auf Entzug, einem jointrauchenden Schweizer und Schlägereien über Festnahmen von mit Haftbefehl Gesuchten, Straftaten wie Körperverletzungen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bis hin zu Absperrmaßnahmen wegen herrenloser Gegenstände und Zugausfällen hatte dieser Samstag fast alles zu bieten, was das Einschreiten eines Polizeibeamten notwendig und sinnvoll macht. Sogar ein Polizeihubschrauber musste aufsteigen.

 

Hubschrauber der Bundespolizei. Einsatz am letzten Wiesnsamstag, © Bild: Bundespolizei

 

Der tägliche Wahnsinn. So lässt sich die Arbeit der Bundespolizisten am Münchner Hauptbahnhof wohl am treffendsten beschreiben. Der gestrige Tag setzte diesem Wahnsinn noch die Krone auf, obwohl man bei der Bundespolizei zur Wiesn eh schon viel gewohnt ist. Fast im Minutentakt wurden die Bundesbeamten von einem Einsatzort zum nächsten gerufen.

 

Die meisten Vorfälle gehören schon zum Bahnhofsalltag. „Schwarzfahrer“, hilflose Personen, Grapschereien, Diebstähle, herrenlose Koffer, Widerstandshandlungen bei Polizeimaßnahmen und alkoholbedingte Gewalttaten sind kein Wiesn-Phänomen. Gleichwohl mehren sich diese Straftaten zur fünften Jahreszeit, so auch an diesem Samstag.

 

Ein 22-jähriger Schweizer rauchte direkt vor den Augen der Beamten einen Joint. Für einen 31-jährigen türkischen Drogensüchtigen endete der Tag in einer Münchner Klinik. Bundespolizisten mussten ihn zuvor mit zur Wache nehmen und dort zur Raison bringen, nachdem er – offensichtlich auf Entzug – herumgeschrien und andere Fahrgäste angepöbelt hatte. Über den Tag verteilt mussten die Polizisten mehrere junge Männer verwarnen, die nicht an sich halten konnten oder wollten und ihre Notdurft wildbieselnd in aller Öffentlichkeit verrichteten.

 

Je später der Abend, desto illustrer die Gäste – und desto höher der Alkoholpegel und somit auch die Gewaltbereitschaft. Vor allem zu späterer Stunde mussten die Bundespolizisten vermehrt Streitereien zwischen Betrunkenen schlichten, bei Schlägereien einschreiten und Platzverweise erteilen. Dabei kam es ob der erhöhten Aggressivität der Beteiligten immer wieder zu Beleidigungen gegen die Beamten und folglich zu Festnahmen und Strafanzeigen gegen die Aggressoren. Bei der Überprüfung der Personalien der Beschuldigten kam auch die ein oder andere Fahndungsnotiz zum Vorschein.

 

Ein räuberischer Diebstahl in einem Geschäft am Hauptbahnhof musste verhindert und aufgeklärt werden. Der türkische Geschäftsinhaber erwischte einen 31-jährigen Deutschen beim Diebstahl einer Wiesn-Kopfbedeckung und hielt den Ertappten fest. Dies wollte der Dieb nicht hinnehmen und schlug mit einer Bierflasche nach dem Ladenbesitzer. Glücklicherweise, und wohl seines Alkoholpegels geschuldet, verfehlte er sein Opfer aber. Alarmierte Beamte der Bayerischen Landespolizei nahmen den Täter fest und übergaben ihn zuständigkeitshalber an die Bundeskollegen.

 

Bundesbeamte beobachteten einen Mann aus Sierra Leone dabei, wie er eine junge Frau erst verbal belästigte und sie dann in unsittlicher Weise anfasste. Es folgten Festnahme und Strafanzeige.

 

Am späten Nachmittag war sogar der Einsatz eines Polizeihubschraubers und eine kurzzeitige Sperrung der Bahnstrecke München – Augsburg nötig gewesen, nachdem eine Anruferin bei der Einsatzzentrale des PP München Jugendliche im Gleisbereich in Obermenzing gemeldet hatte, die wohl Mutproben veranstalteten. Nachdem eine Absuche vor Ort und aus der Luft aber kein Ergebnis gebracht hatte, konnte die Strecke auch wieder freigegeben werden und der Bundespolizeihubschrauber nach Oberschleißheim zurückkehren.

 

Am letzten Wiesnsamstag gab es für die Polizei allerhand zu tun.