Wiesn: Polizeistreife auf dem Münchner Oktoberfest

Oktoberfest 2017: Die Wiesn-Polizeiberichte (24.09.2017)

Mehrere sexuelle Übergriffe, brutale Schlägereien, die im Krankenhaus enden und zahlreiche Festnahmen. Das sind die Polizeiberichte der Wiesn-Wache am zweiten Wiesn-Sonntag. (24.9.2017)

 

Mehrere sexuelle Übergriffe

Insgesamt fünf Fälle von sexuellen Übergriffen meldet die Polizei in ihrem Bericht von der Wiesn. In einem Fall grabschte ein Mann einer Polizistin an den Hintern. Es gab mehrere Festnahmen. Wir haben diese Fälle hier zusammengefasst.

 

Wiesn-Besucher geht unvermittelt auf Polizeieinsatzgruppe los

Ein 21-jähriger Münchner schubste am Freitag an einem der Ausgänge der Oidn-Wiesn einen vor ihm in einer Einsatzgruppe gehenden Polizisten. Als die Einsatzgruppe den Mann darauf ansprach, schubste er auch die anderen Beamten. Er wurde daraufhin fixiert und zur Wiesn-Wache gebracht. Auf dem Weg dorthin beleidigte und bedrohte der 21-Jährige die Polizisten unentwegt. Zudem versuchte er sie zu treten und zu beißen. Die eingesetzten Beamten wurden hierdurch nicht verletzt. Da der 21-Jährige in der Haftzelle seinen Kopf gegen die Gitterstäbe schlug, wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen. Im Laufe des Einsatzes aktivierte die Einsatzgruppe beide mitgeführten Body-Cams und zeichnete das Verhalten des 21- jährigen Münchners auf. Gegen ihn wird ein Betretungsverbot für das Oktoberfest beantragt.

 

Australischer Student wird von mehreren Engländern schwer am Kopf verletzt

Fünf alkoholisierte Engländer gerieten am Freitag auf der Wirtsbudenstraße des Oktoberfestgeländes mit einem 18-jährigen australischen Studenten in Streit. Der Streit eskalierte und im weiteren Verlauf schlugen mehrere Männer der fünfköpfigen englischen Gruppe auf den australischen Studenten ein. Durch die Schläge ging der Australier zu Boden. Am Boden liegend wurde der Student von einem 31-jährigen und einem 24-jährigen Engländer gegen seinen Kopf getreten. Durch die Schläge und Tritte erlitt der 18-jährige Student schwere Kopfverletzungen und musste zur stationären ärztlichen Behandlung in ein Münchener Klinikum gebracht werden. Die fünf Engländer wurden von einer Einsatzgruppe der Polizei festgenommen und wurden zur Klärung der Haftfrage dem zuständigen Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt.

 

Körperverletzung mit Kieferbruch und Kopfplatzwunde

Auf der Wirtsbudenstraße geriet am Samstag ein 24-jähriger Schweizer mit einem Unbekannten in Streit. Der bislang Unbekannte versetzte ihm einen Faustschlag ins Gesicht, wodurch der 24-Jährige einen Kieferbruch und eine Kopfplatzwunde erlitt. Ein 27-jähriger Deutscher beobachtete diese Auseinandersetzung und wollte schlichten. Daraufhin wurde er durch den Schweizer und dessen 22-jährigen Bruder ebenfalls geschlagen. Er erlitt eine Platzwunde an der Lippe. Der 24-jährige Schweizer wurde in ein Münchner Krankenhaus zur ärztlichen Behandlung gebracht. Sein 22- jähriger Bruder wurde nach Zahlung einer Sicherheitsleistung wieder entlassen.

 

Schlägerei mit mehreren Beteiligten in einem Festzelt

Am Freitag mischte sich ein 17-jähriger Tunesier in eine Rangelei unter Wiesn-Besuchern ein und trat unvermittelt in die Gruppe. Drei Ordner des Festzeltes gingen schlichtend dazwischen, wurden dann aber von drei Freunden des Tunesiers angegriffen. Nun schlugen und traten alle vier auf die Ordner ein und trafen diese hierbei auch am Kopf und im Gesicht. Einer der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, ein 26-Jähriger aus Straubing, wurde durch Tritte gegen den Kopf schwer verletzt und kam mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zum Rettungsdienst. Die vier Täter (16,17 und 18 Jahre alt) erhielten eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Der 17-jährige Tunesier versuchte zudem einen der eingesetzten Polizeibeamten einen Kopfstoß zu verpassen. Der Polizist konnte ausweichen. Aufgrund seiner anhaltenden aggressiven Stimmung blieb der 17-Jährige noch eine Zeitlang auf der Wiesn-Wache in Gewahrsam. Er erhielt zusätzlich noch eine Anzeige wegen tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzung und Beleidigung. Gegen die Täter wurde ein Betretungsverbot für das Oktoberfest beantragt.

 

Unbekannter Mann wirft im Festzelt mit Maßkrug

Ein noch unbekannter Mann warf am Freitag im Biergarten des Augustinerfestzeltes einen Maßkrug nach einem 20-jährigen italienischen Studenten. Durch den Maßkrug wurde der Student an der Schläfe getroffen und erlitt eine Kopfplatzwunde. Der Student wurde in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Täterbeschreibung: Männlich, ca. 1,80 m groß, ca. 20 Jahre alt, kräftige Statur, sprach englisch, bekleidet mit einem grünen T-Shirt und einer kurzen Lederhose ohne Träger. Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 24 Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

 

Amerikanischer Soldat beleidigt Wiesn-Einsatzkräfte

Am Freitag machte ein WiesnBesucher eine Polizeieinsatzgruppe auf eine aggressive Person aufmerksam. Dieser hatte den Mitteiler bereits selbst angegangen und war gerade dabei eine weitere Personengruppe anzupöbeln, als ihn die Polizisten ansprachen. Beim Transport zur Wiesn-Wache beleidigte der 25-jährige Amerikaner die Beamten als „Fucking Nazis“. Gegen ihn wurde eine Anzeige wegen Beleidigung erstellt. Da er sich in der Gewahrsamzelle selbst verletzte, kam er in ein Krankenhaus und wurde von dort durch die Militärpolizei abgeholt.

 

Einlass ins Festzelt gegen Entgelt durch Wiederholungstäter

Bereits während des Oktoberfest 2016 wurde gegen einen Anwerber und Ordner eines Festzeltes ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, nachdem dieser in das geschlossene Festzelt gegen Bezahlung Gäste einließ. Damals sprach er Berliner Fahnder an, was ihm zum Verhängnis wurde. Am Freitag sprach der genannte Anwerber, ein 29-jähriger Türke, erneut die gleichen Berliner Taschendiebfahnder an und bot ihnen den Einlass in das geschlossene Festzelt, gegen die Bezahlung von 20 Euro. Die Beamten gingen wie im Vorjahr zum Schein darauf ein. Nachdem sie von einem anderen Ordner, einem 27-jährigen Bosnier eingelassen worden waren, wurden beide Täter zur Festwiesn-Wache gebracht. Neben einer Anzeige nach der Oktoberfestverordnung, wird bei dem 29-jährigen Anwerber auch ein Betretungsverbot vorgelegt.

 

14-Jährige stark betrunken auf der Wiesn angetroffen

Am Samstag wurde eine 14- jährige Schülerin stark betrunken auf dem Festgelände angetroffen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,56 Promille. Die Eltern der 14-Jährigen wurden informiert und holten ihre Tochter bei der Wiesn-Wache ab. Von dem Wiesn-Besuch wussten die Eltern nichts.

 

Raub einer Handtasche auf dem Festgelände

Am Ausgang des Festgeländes (Bavaria Ring / Pettenkofer Straße) kam am Sonntag, 24.09.2017, kurz nach Mitternacht eine 26-Jährige auf Polizeibeamte zu und schilderte, dass ihr die Handtasche geraubt wurde. Gegen 23.20 Uhr, stand sie bei einer Geisterbahn in der Warteschlange und machte eine vor ihr anstehende Frau darauf aufmerksam sich korrekt anzustellen. Daraufhin entstand ein Streit, in dessen Verlauf zwei weitere Frauen hinzukamen. Die drei Frauen stießen die 26-Jährige zu Boden und eine trat auf sie ein. Anschließend wurde ihr die Handtasche, welche sie über ihrer Schulter hängen hatte, entrissen und die drei Frauen flüchteten mit der Tasche. Nähere Angaben zum Vorfall konnte die 26-Jährige nicht machen. Eine Vernehmung war bislang nicht möglich, da sie eine Panikattacke erlitt und in ein Münchner Krankenhaus gebracht werden musste.

 

Auf der Wiesn Böller gezündet

Am Samstag, 23.09.2017, gegen 21.50 Uhr, zündete ein 26- Jähriger in der Nähe von mehreren Wiesn-Besuchern einen Böller. Verletzt wurde zum Glück niemand. Der 26-Jährige konnte festgenommen werden. Zu seinem Motiv machte er keine Angaben.Er muss sich nun wegen Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion verantworten und wird dem Haftrichter vorgeführt.

 

Raub einer Bauchtasche auf dem Festgelände: Schädel-Hirn-Trauma

Am Samstag, 23.09.2017, gegen 23.30 Uhr, kam es auf der Versorgungsstraße zwischen zwei Festzelten zu einem Raub durch einen bislang unbekannten Täter. Ein 18-Jähriger war auf der Versorgungsstraße unterwegs, als ihm ein bislang unbekannter Mann die Bauchtasche vom Körper riss. Der 18-Jährige versuchte seine Tasche noch festzuhalten, daraufhin schlug ihn der Täter mit der Faust ins Gesicht und entriss ihm die Tasche. Der 18-Jährige fiel dabei zu Boden. Ein Zeuge, ein 22-jähriger Münchner, der den Vorfall beobachtet hatte, versuchte den Täter aufzuhalten und wurde von diesem ebenfalls geschlagen. Dies geschah so heftig, dass er kurz bewusstlos wurde. Der Täter konnte fliehen. Dem 18-Jährigen wurde die Schulter ausgekugelt, der 22- jährige Helfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Beide wurden zur Behandlung in Münchner Krankenhäuser gebracht.

 

Täter einer versuchten Vergewaltigung wiedererkannt

Am Donnerstag, 21.09.2017, gegen 21.30 Uhr, griff ein 55- jähriger Iraker in einem Festzelt im Gedränge von hinten in die Lederhose einer 25-jährigen Münchnerin und versuchte einen Finger einzuführen. Dies misslang, da die 25-Jährige eine Strumpfhose trug. Dem 55-Jährigen gelang die Flucht. Am Samstag, 23.09.2017, gegen 21.00 Uhr, konnte die 25- Jährige nun den Täter auf dem Festgelände wiedererkennen und die Polizei verständigen. Der 55-Jährige wurde vorläufig festgenommen und wird dem Haftrichter vorgeführt.

 

 

(Berichte der Polizei München)

Alle Einsatzberichte von Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr auf dem Oktoberfest, finden sie während der Wiesn hier.