© Die Wiesn-Wache ist zum Oktoberfest vorbereitet - Foto: Polizei München

Oktoberfest: Acht kuriose Fälle, die den Wiesn-Besuch jäh beendet haben

Seit ein paar Tagen fließt in München das Bier in Strömen, Menschen aus aller Welt reisen an – zum fröhlichen Feiern auf dem Oktoberfest. Aber manchmal endet der Besuch anders als geplant.

 

München  – Feiern bis der Arzt kommt, in der bierseligen Menschenmenge die Finger in fremde Taschen stecken – oder einfach mal über die Stränge schlagen: Auf dem Oktoberfest in München geht es rund. „Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe“, schrieb einst Wilhelm Busch – und das gilt manchmal auch für die Wiesn. Einige Beispiele:

 

Schlechtes Geschäft: Wiesn-Besucher nutzt Geldscheine als Klopapier

 

Weil kein Klopapier griffbereit war, hat sich ein betrunkener Wiesn-Besucher im vergangenen Jahr kurzerhand nach dem Geschäft mit Geldscheinen abgewischt. Danach steckte der 39-Jährige die Scheine wieder in sein Portemonnaie. Er hatte laut Polizei vergebens eine Toilette auf dem Oktoberfest gesucht und sein Geschäft dann neben einer Müllpresse verrichtet. Auf der Wiesn gibt es rund 1400 Klos. Die Benutzung kostet nichts. Wie viele Noten bei der Notdurft zum Einsatz kamen, blieb offen. Die Frau des Mexikaners kam und holte ihn ab. Geldwäsche nötig.

 

Donald und Daisy: Auf der Wiesn unerwünscht

 

Als Trickfiguren Donald und Daisy verkleidet schlenderten zwei Männer über das Festgelände und ließen sich von Wiesn-Besuchern fotografieren. Anschließend forderte das Duo dafür Geld. Dies wertete die Polizei als Betteln – und das ist auf dem Oktoberfest verboten. Verwarnungsgeld. München ist nicht Entenhausen.

 

Teller leer: Schweinshaxe verletzt Wiesn-Besucher am Kopf

 

Zwei Wiesn-Besucher aus Oberbayern verspeisten auf der Empore eines Festzeltes voller Genuss eine Schweinshaxe. Nach dem Mahl flutschte der Knochen vom Teller, flog über die Brüstung – und traf einen Gast am Kopf, der sich unter der Empore aufhielt. Der Mann erlitt eine blutende Platzwunde und musste in der Sanitätsstation behandelt werden. Dem Verursacher war das Malheur peinlich, er wollte sich mit einem Bier und einer Brotzeit bei dem Verletzten entschuldigen. Dieser aber blieb unversöhnlich. Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

 

Vorsicht: Bissige Gäste

 

Praktisch jedes Jahr meldet die Polizei auf der Wiesn Beißereien. Auch heuer gab es ein erstes Opfer, ein Polizeibeamter. Ein 21-Jähriger biss dem Beamten in den linken Oberschenkel. Die etwa drei Zentimeter große Wunde wurde in der Wiesn-Ambulanz versorgt. Der Polizeibeamte wie auch der Wiesn-Gast mussten danach daheim bleiben: Der Polizist war nach dem Biss dienstunfähig. Und der Täter bekam neben einer Anzeige ein Betretungsverbot für das Volksfest.

 

War alles nur Spaß: Bedienung mit Ketchup im Ohr

 

Mit Ketchup im Ohr hat sich eine Wiesn-Bedienung bei der Oktoberfest-Sanitätswache gemeldet. Die Soße habe ihr störende Ohrgeräusche bereitet, teilte der Sanitätsdienst Aicher Ambulanz kürzlich mit. Ohne böse Absicht und aus Spaß habe ein Wiesn-Besucher der Frau das Ketchup ins Ohr gespritzt. Ärzte und Sanitäter halfen: Umfangreiche Ohrspülung.

 

Prosit «shoey»: Bier aus dem Schuh

 

Manche Touristen bringen ihre eigenen Sitten und Gebräuche auf der Wiesn ein. Einige – vermutlich waren es Australier – zelebrierten dabei ein besonderes Trinkritual: Bier aus dem ausgelatschten Stiefel oder Turnschuh. Das Trinken aus einem Schuh, auch «shoey» genannt, wird gerne in Australien auf Partys praktiziert. Formel-1-Fahrer Daniel Ricciardo, der seine Siege mit Schampus aus dem Rennschuh feiert, machte es zu seiner Siegerpose. Auf der Wiesn: Ekel bei den einheimischen Gästen.

 

Pornodreh im Riesenrad: Italiener nicht begeistert

 

Mit einer Filmidee bestiegen vor Jahren eine damals 21-jährige Krankenschwester, ein 25-jähriger Student und ein 30-jähriger Politologe eine Gondel des Riesenrads. Als die Gondel nach oben anfuhr, starteten sie ihre schlüpfrige Laien-Inszenierung: Die Frau beschäftigte sich mit einem Sex-Spielzeug, während der Student fotografierte und der Politologe filmte. Die Darbietung gefiel allerdings drei Italienern nicht, die ebenfalls in der Gondel saßen. Sie verständigten den Betreiber des Riesenrads. Das Ende: Kameras und Sexspielzeug sichergestellt, Laiendarstellerin und Kameraleute erst mal festgenommen – und dann heim geschickt.

 

Von Sabine Dobel, dpa