Ausblick auf die Wiesn - Oktoberfest in München

Oktoberfest: Das ist neu auf der Wiesn 2017

In sieben Wochen heißt es in München wieder „O’zapft is“ auf dem Münchner Oktoberfest. Anstich zur Wiesn ist mitten im Endspurt der Bundestagswahl. Manche sehen damit eine erhöhte Gefahr. Noch mehr Sicherheit, aber auch neue Fahrgeschäfte und mobile Angebote: Das ist die Wiesn 2017.

 

 

München  – Dirndl, Lederhosen, Gedränge in der Menge: So schaut es alljährlich aus auf dem Oktoberfest in München. Heuer soll erstmals eine extra entwickelte App die Besucher durch das Getümmel der bierseligen Menschenmassen leiten. Wenn sie via Smartphone ihre Freunde in den brechend vollen Zelten gefunden und über die Funktion «Festzelt-Füllstand» einen freien Platz ergattert haben, können sie auch noch Hendl und Maß per Handy zahlen: Über eine andere App, die auch erstmals auf dem größten Volksfest der Welt zum Einsatz kommt.

 

München rüstet sich für das 184. Oktoberfest

 

Es beginnt am 16. September und dauert 18 Tage – weil es bis zum 3. Oktober verlängert wird. «Wir haben die längstmögliche Wiesn», sagt Festleiter Josef Schmid (CSU). Der Streit um Bierpreis und Sicherheitsfragen haben den 2. Bürgermeister schon in den vergangenen Monaten beschäftigt.

 

Nun kann Schmid endlich neue Highlights verkünden. Es gibt allein ein halbes Dutzend neue Fahrgeschäfte, darunter eine Achterbahn mit einer ausschwingenden Gondel, ein 80 Meter hohes Kettenkarussell mit ergonomisch geformten Schalensitzen namens «Jules Verne Tower» und – nicht ganz neu, aber erneut auf der Wiesn – der «XXL-Racer» für den Höhenkick. Die Gondel saust aus 55 Metern mit bis 120 Stundenkilometern in die Tiefe. Im Südteil des Festgeländes auf der «Oiden Wiesn» mit historischen Fahrgeschäften und Blasmusik rollt erstmals die laut Veranstalter älteste Kindereisenbahn der Welt, der Märchenlandexpress» von 1924.

 

Wieder Zaun um die Theresienwiese

 

 

Erneut wird das Festgelände angesichts der latenten Terrorgefahr rundum umzäunt, es gibt Zugangskontrollen und ein Verbot großer Taschen. Eine neue Lautsprecheranlage für Warndurchsagen und eine verbesserte Videoüberwachung sollen die Sicherheit erhöhen. Mindestens 600 Polizisten werden im Einsatz sein, ein Dutzend von ihnen erstmals mit Bodycams – ein Test, von dessen Erfolg auch Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer nicht ganz überzeugt ist: Er rechne nicht «mit einer hundertprozentigen Erfolgsstory», sagte er kürzlich im Innenausschuss. Die Abschreckungswirkung der Bodycams könne gerade bei betrunkenen Wiesngästen verpuffen.

 

Die Wiesn startet mitten im Endspurt der Bundestagswahl. Schmidbauer sieht dadurch eine erhöhte Gefahr. Auch wenn es keine konkreten Warnungen gibt: «Wenn sich neue Erkenntnisse ergeben, werden wir das Sicherheitskonzept jederzeit anpassen, auch während der laufenden Wiesn – wenn nötig», sagt Wiesnchef Schmid. Im Vorjahr hatten Terrorsorgen gepaart mit schlechten Wetter die Besucherzahlen auf 5,6 Millionen sinken lassen, der Tiefststand seit 2001.

 

Über Schmids Vorschlag einer Bierpreisbremse waren Festleiter und Wirte im Frühjahr heftig aneinandergeraten. Er habe damit erreichen wollen, dass die Wirte zusätzliche Kosten für die Sicherheit nicht direkt an die Gäste weitergeben, sagt Schmid.

 

Video vom Aufbau

 

Die Wirte feierten ihren Sieg im Stillen, hoben den Bierpreis mäßig auf maximal 10,95 Euro an, ließen die Elf-Euromarke unberührt und versprachen ein günstiges «Familiengetränk». Auch mit Kritik an der neuen Umsatzpacht halten sich die Wirte zurück. Dafür müssen sie auf Schmids Vorschlag die erhöhten Sicherheitskosten von gut fünf Millionen Euro bezahlen. «Wir Wiesnwirte jammern nicht, wir zahlen das einfach», sagt Wirtesprecher Toni Roiderer. Die Wirte gäben ihre Zusatzkosten keineswegs an die Gäste weiter. Es müsse nun Schluss sein mit dem Gerede, die Wirte «stopfen sich nur die Taschen voll».

 

Die Wirte und die Stadt: Das gehört zusammen und bleibt doch immer eigenständig. Vor dem Krug der Stadt München, den dieses Jahr der eingängige Spruch «O’zapft is» zieren wird, haben die Wirte gerade ihren eigenen Krug vorgestellt. Er zeigt dieses Jahr – fein gezeichnet von der Münchner Künstlerin Tita Gronemeyer – Lola Montez, die Geliebte von «Wiesngründer», König Ludwig I., den König selbst, das Volk und den bayerischen Löwen. «Den Krug muss man einfach daheim haben», sagt Roiderer. «Das ist ewig schade, wenn man da Blumen rein stellt.» Es gehöre ein Bier hinein. Und: Bei ihrem Krug haben die Wirte die Preisbremse ganz freiwillig eingesetzt. Er kostet laut Roiderer wie im Vorjahr 20 Euro.

 

 

München.tv auf der Wiesn

Während der Wiesn sendet münchen tv täglich live von der Empore im Hofbräu-Festzelt. Alle Informationen zum Oktoberfest, zur Sendung sowie Lagepläne, aktuelle Nachrichten und mehr finden Sie auch auf muenchen.tv/wiesn

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dpa/pm