© Landgericht München

Parapsychologie-Heiler steht in München vor Gericht

Ganze 400 000 Euro soll ein selbsternannter Parapsychologe mit angeblich übersinnlichen Kräften seinen Kunden aus der Tasche gezogen haben.

Mit Methoden aus der Parapsychologie, die sich zum Beispiel „Energieausgleich“ und „Umfeld-Blockade-Behandlung“ nennen, soll der 51-jährige Angeklagte, der ein Institut für Parapsychologie und Partnerhilfe in München betreibt, in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt zwölf Kunden Hilfe in ihren Beziehungen versprochen haben.

 

Die Wissenschaft, die kein Wissenschaftler glaubt

Parapsychologie gibt es als (selbst durch Parapsychologen ernannten) Forschungszweig schon seit mehr als 120 Jahren.

Der Parapsychologe beschäftigt sich – wenn man so will – mit allem, was durch gängige wissenschaftliche Methoden nicht nachzuweisen ist. Dazu zählen unter anderem:

  • Präkognition, also die Fähigkeit von Menschen, Dinge zu wissen, bevor sie passieren
  • Psychokinese, die Fähigkeit, Dinge allein durch Gedanken zu bewegen
  • Außersinnliche Wahrnehmung, also nahezu alles, was jemand wahrnimmt, was alle anderen mit den normalen fünf Sinnen nicht nachvollziehen kann

Wissenschaftler nennen die Parapsychologie aufgrund mangelnder Beweise eine „Pseudowissenschaft„, also eine, die zwar nach wissenschaftlichen Kriterien arbeitet, die aber ihre Ergebnisse so auslegt, dass ihre Theorien bestätigt werden, anstatt die Theorien den Ergebnissen anzupassen.

 

Parapsychologie ein riesen Geschäft

Gerade in den Vereinigten Staaten haben sich in der Vergangenheit die Fälle von Medien, Parapsychologen und ähnlichen Pesudowissenschaftlern gehäuft, die oft Unsummen verlangt haben, um mittels ihres „Psi“ den Menschen zu helfen.

In München hat der mutmaßliche Betrüger, der sich ab Freitag vor dem Landgericht München verantworten muss, den Kunden glaubhaft gemacht, er könne mittels Fernbehandlung ihr Liebesleben günstig beeinflussen und sogar mittlerweile getrennte Paare wieder zusammen bringen.

Dass er zu solchen Eingriffen in das Seelenleben befähigt gewesen wäre, sahen die Kläger wohl als nicht bestätigt an.

adc / dpa