Der Münchner CSU-Vorstand Ludwig Spaenle und Josef Schmid, © Haben einen Denkzettel von den Mitgliedern erhalten: Spaenle (li.) und Schmid Foto: Archiv

Parteitag der Münchner CSU: Mitglieder-Watschn für Vorstand

Der Parteitag der Münchner CSU entgleitet den Chefs. Auf die Watschn für einige Mitglieder reagiert auch der Ministerpräsident angesäuert. Der Montag wird zum Desaster für die Christsozialen der Stadt.

Dieser Abend wird dem Patriachen der CSU wohl noch länger in der Erinnerung haften bleiben, denn es war ein Abend, für den Horst Seehofer nur diese Worte findet: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

 

Und das, obgleich er die Münchner CSU noch in seinem Grußwort als „moderne Großstadtpartei“ und als „stärkste politische Kraft in der Landeshauptstadt“ gelobt hatte. Seehofer sprach in seiner Rede auch von „Respekt, Anstand und Zusammenhalt“. Das seien die Trümpfe der CSU. Getäuscht hatte er sich, das musste auch er feststellen.

 

Den der Parteitag hielt für einige Mitglieder böse Überraschungen parat. Zwar konnte Kultusminister Ludwig Spaenle seine Position als Vorstandsvorsitzender zwar behaupten, doch seine Stellvertreter erhielten zum Teil eine Watschn, die noch lange nachhallen wird.

 

Spaenle verkalkuliert sich wohl

 

Bürgermeister Josef Schmid und Spaenles Staatssekretär Georg Eisenreich erreichten mit 86 und 76,5 Prozent für eine parteiinterne Wahl allenfalls mittelmäßige Ergebnisse. Ganz schlim wurde es allerdings für die Landtagsabgeordnete Mechthilde Wittmann. Sie bekam 42 Prozent der Deligiertenstimmen – für sie muss nun Ersatz gesucht werden. Denn auf die Schnelle ließ sich am gestrigen Abend niemand auftreiben, der den Posten gerne nachbesetzen wollen würde. Vielleicht auch aus Angst vor einer weiteren schallenden Ohrfeige.

 

Wittmann bekam damit wohl die Quittung. Ihr wird unterstellt, gegen aufstrebende Parteifreunde aus dem Stadtrat wie Kristina Frank und Alexander Dietrich intrigiert zu haben, um ihr Landtagsmandat zu sichern.

 

Der Münchner Parteichef Spaenle soll deshalb schon im Vorfeld der Wahl dafür geworben haben, Wittmann nicht jede Stimme zu geben. Von dem letztendlichen Ergebnis zeigte aber auch er sich „vollkommen überrascht“.

 

Horst Seehofer verließ den Parteitag direkt im Anschluss fluchtartig.

 

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