Peking: Chinesischer Minister findet Energiewende-Subventionen zu teuer

Chinas Wissenschaftsminister Wan Gang findet die Milliardensubventionen für die erneuerbaren Energien in Deutschland zu teuer. Die Energiewende sei ein Erfolgsmodell, sagte Wan am Donnerstag bei einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in Peking.

 

Einen Punkt hätten die Chinesen gelernt: „Wenn man die erneuerbaren Energien fördert, muss man rechtzeitig aussteigen.“ Nach drei oder fünf Jahren sollten die Subventionen beendet werden.

 

Der chinesische Wissenschaftsminister ist mit den deutschen Verhältnissen gut vertraut. Wan hat in Deutschland studiert und war zehn Jahre bei Audi in Ingolstadt tätig. China wolle den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion bis 2030 von zehn auf zwanzig Prozent verdoppeln, sagte er. Seehofer sieht Geschäftsmöglichkeiten für bayerische Firmen: „Wir wollen Ihnen helfen“, sagte der CSU-Chef und nannte Siemens sowie den Baukonzern Bögl. Die Chinesen wollen aber auch auf die Atomkraft nicht verzichten. „Das ist eine gute Technologie“, sagte Wan.

 

Hauptzweck von Seehofers China-Visite ist die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen. „Es gibt keinen Ersatz für die persönliche Begegnung“, sagte Seehofer. China sei für die bayerische Wirtschaft der drittwichtigste Markt. In den kommenden Tagen wird Seehofer Spitzenpolitiker von Zentralregierung und Kommunistischer Partei treffen und die Partnerprovinz Guangdong im Süden des Landes besuchen.

 

Vor dem Treffen ist es am Nachtmittag zu einem Zwischenfall mit der Polizei gekommen.

 

rg / dpa