Pilotenstreik: Bahn kann Zusatzbelastung meistern

Wenn die Flugzeuge ausfallen, muss es eben die Bahn sein. Das dachten sich zahlreiche Reisende wegen des Pilotenstreiks am Mittwoch und strömten zum Münchner Hauptbahnhof. Ein ganz großer Ansturm oder gar ein Chaos am Münchner Hauptbahnhof blieb aber aus.

«Wir hatten vollere Züge, einige Fahrgäste mussten stehen, aber in allen Richtungen hat es ausgereicht. Wir mussten keine Entlastungszüge einsetzen und auch niemanden am Bahnsteig zurücklassen», sagte ein Bahnsprecher am Nachmittag.

Die Bahn war auf einen Ansturm vorbereitet. «Wenn nur zehn Prozent der Menschen, die heute nicht fliegen können, zu uns kommen – dann verdoppelt sich die Zahl der Kunden im Reisezentrum», sagte ein Sprecher am Vormittag am Münchner Hauptbahnhof. Zusätzliche Mitarbeiter seien zur Verstärkung eingesetzt worden.

Doch nicht nur der Streik machte den Bahn-Mitarbeitern zusätzliche Arbeit – zu allem Überfluss gab es am Morgen auch noch eine S-Bahn-Störung. «Die Leute kamen nicht vom Flughafen weg», sagte der Sprecher. «Da kommt alles zusammen – Murphy’s Law. Aber wir kennen das schon. Als nächstes kommt dann wieder ein Vulkan in Island und Flüge fallen aus.» Ein Oberleitungsschaden auf der S-Bahn-Stammstrecke behinderte den Zugverkehr. Hunderte S-Bahnen seien betroffen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

 

 

Ein 62 Jahre alter Münchner war einer der Kunden, die ihr Flugticket am Morgen dank Lufthansa-Gutschein gegen eine Fahrkarte eintauschten. Nach Frankfurt wollte er, doch das dauerte fünf Stunden länger als geplant. «Und das für einen Termin von zwei Stunden», sagte er entnervt.

 

 

Wegen des Streiks der Pilotengewerkschaft Cockpit hatte die Lufthansa am Mittwoch rund 140 Flüge von und nach München gestrichen. Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder zu einem Streik am Münchner Flughafen von 10 bis 18 Uhr aufgerufen.

 

 

jn / dpa