Die Einsätze der Polizei auf der Wiesn

Polizei: Der Wiesn-Wachen-Einsatzbericht vom zweiten Wochenende

Am Wochenende hat die Polizei auf dem Oktoberfest bekanntlich mehr zu tun als unter der Woche. Leider müssen die Beamten momentan auch einen Todesfall aufklären.

 

Tödlicher Streit: Tatverdächtiger stellt sich

 

Am Freitagabend kam es im Raucherbereich der Augustiner Festhalle zu einer folgenschweren Auseinandersetzung, bei der ein Mann tödlich verletzt wurde. Bei einer Schlägerei wurde ein 58-jähriger Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck derart heftig nieder geschlagen, dass er bewusstlos wurde. Jegliche Reanimationsversuche blieben erfolglos, das Opfer erlag den Folgen einer Hirnblutung im Krankenhaus.

 

Vom Täter fehlte zunächst jede Spur; er war in der Menge verschwunden. Die Polizei suchte durch Durchsagen im Zelt und online nach einer Zeugin, die nach dem Streit die Security alarmierte. Am Samstag meldete sich die Frau schließlich bei der Polizei und machte eine Aussage. Gegen 16 Uhr tauchte plötzlich auch ein tatverdächtiger 42-jähriger Münchner auf einer Polizeidienststelle auf, um sich gemeinsam mit seinem Anwalt zu stellen. Der Mann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

 

Drohne konfisziert

 

Ebenfalls am Freitag startete ein 33-jähriger Hobbypilot eine Drohne, die mit einer Kamera ausgestattet war. Er überflog zwar nicht direkt das Gelände, steuerte das Fluggerät allerdings trotzdem in die Flugverbotszone. Gegenüber den Beamten gab er an, dies nicht gewusst zu haben. Unwissenheit schützt jedoch vor Strafe nicht. Die Drohne blieb auf der Wiesn-Wache und der Pilot erhielt eine Anzeige.

 

Beamten in Zivil stoppen Pöbler und sexuelle Belästigung

 

Eigentlich waren die Beamten unterwegs, um Taschendieben das Handwerk zu legen. Doch die Männer sind glücklicherweise flexibel. So sahen sie am Freitag drei Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren aus München, die andere Besucher anpöbelten, schubsten und beleidigten. Die Gruppe wurde von uniformierten Polizisten mit auf die Wiesn-Wache genommen.

 

Gegen 20:30 Uhr fiel ein 31-jähriger Pakistaner den Beamten auf. Zuerst fasste er einer auf der Bank tanzenden 21-Jährigen an den Po. Als diese seine Hand wegschlug, versuchte er sein Glück bei einer 33-Jährigen, die er ebenfalls am Gesäß berührte. Daraufhin setzte es eine Ohrfeige. Zu einem dritten Versuch kam es nicht mehr; der Mann wurde abgeführt.

 

Auch ein 48-jähriger Inder belästigte Frauen, die in einer Warteschlange anstanden. Er näherte sich ihnen mit offener Hose und rieb sich an ihnen. Auch er durfte die Polizei auf die Wiesn-Wache begleiten.

 

Kiffer leistet Widerstand

 

Am Freitagabend erwischten Polizisten einen 22-jährigen Österreicher, der gerade genüsslich einen Joint rauchte. Zunächst versuchte der junge Mann zu flüchten. Als dies misslang wehrte er sich gegen die Festnahme, indem er einem Polizisten ins Gesicht schlug und einen weiteren verletzte. Doch aller Widerstand half nichts: Er musste mit auf die Wiesn-Wache.

 

Sexueller Missbrauch

 

Eine 25-jährige Frau aus Stuttgart ließ sich nach dem Besuch eines Festzelts auf einem Hügel nieder. Ein 32-jähriger Pakistaner legte sich neben sie und fasste ihr unter das Dirndl. Dabei wurde er von einem Security-Mitarbeiter beobachtet, der die Polizei alarmierte, welche den Mann festnahm.

 

Streit auf Bierbank eskaliert

 

Am Samstag wurde es zwei Männern augenscheinlich zu eng auf der Bierbank, weshalb sie in Streit gerieten. Doch es blieb nicht nur bei einem Wortgefecht. Ein 21-jähriger Münchner leerte das restliche Bier aus einem kaputten Maßkrug seinem 22-jährigen Kontrahenten aus Garmisch über den Kopf. Anschließend warf er den leeren Maßkrug gegen dessen Oberkörper. Bevor sich eine größere Schlägerei entwickeln konnte, ging der Ordnungsdienst dazwischen. Der 21-Jährige wurde von den Polizisten abgeführt. Dummerweise hatte er auch noch etwas Cannabis bei sich.

 

Einbruch in die Geisterbahn

 

Am Samstagabend kletterten zwei Männer im Alter von 20 und 22 Jahren aus Starnberg zunächst über einen Zaun. Anschließend überwanden sie einen Container und fanden sich plötzlich in der Schaltzentrale einer Geisterbahn wieder. Hier löste sie den Nothalt aus. Als Angestellte nach dem Rechten sehen wollten, trafen sie die beiden jungen Männer an. Der 22-jährige konnte flüchten, während der 20-Jährige festgehalten wurde. Kurz darauf entdeckte eine Mitarbeiterin aber den Flüchtigen erneut, woraufhin dessen Flucht endete. Beide Abenteurer kamen auf die Wiesn-Wache.

 

Hitlergruß und verbotene Tätowierung

 

Am Samstagmittag entdeckte ein Sicherheitsmitarbeiter einen 38-jährigen Touristen aus Italien, der am Hals den SS-Totenkopf tätowiert hatte. Die Polizei nahm den Mann daraufhin fest. Er musste eine Geldstrafe bezahlen und das Tattoo überdecken, bevor er die Wache wieder verlassen durfte.

 

In der Nacht von Freitag auf Samstag ging ein 30-Jähriger Schweizer auf eine Gruppe Besucher zu, hob den rechten Arm und rief „Heil dem Führer“. Auch der alarmierten Polizei zeigte er zweimal den Hitlergruß. Er musste mit auf die Wiesn-Wache.

 

Mann in Dirndl leistet Widerstand

 

Ein 31-jähriger Brite hatte sich als Frau verkleidet und versuchte, in seinem Dirndl in die Damentoiletten zu kommen. Der Ordnungsdienst hielt ihn davon ab. Der Brite versuchte es mehrfach, jedes Mal scheiterte er. Er wurde immer aggressiver und fiel dadurch einer zufällig vorbeikommenden Streife auf. Als diese ihn kontrollieren wollten, schlug er wild um sich und verletzte einen Polizisten. Da er die erforderliche Sicherheitsleistung nicht bezahlen konnte, kam er in eine Haftanstalt.

 

Maßkrugschlägerei

 

Bei einer After-Wiesn-Party kam es bereits am Mittwoch zu einer Maßkrugschlägerei. In einer Bar in der Landwehrstraße gerieten mehrere Leute in einen Streit, der sich nach und nach auf die Straße verlagerte. Ein 21-jähriger Münchner gab einem 43-jährigen Dänen eine Kopfnuss, woraufhin dieser zu Boden ging. Der Däne rappelte sich auf und sprach den 21-Jährigen und dessen 19-jährigen Begleiter an. Während der Däne sich mit dem Begleiter unterhielt, schlug der 21-Jährige erneut zu, diesmal hinterrücks mit einem Maßkrug. Dabei ging der Maßkrug zu Bruch und der Münchner verletzte sich an der Hand. Der Däne kam mit einer Kopfverletzung und einer Prellung an der Hand in eine Krankenhaus. Dieses konnte er am nächsten Tag wieder verlassen. Eine Streife fand die flüchtigen Täter. Der 21-Jährige hat nun eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung am Hals.