Polizeiauto und zwei Polizeimotorräder

Polizei-Report 2016: München bleibt die sicherste Großstadt Deutschlands

Als Fazit des Münchner Sicherheitsreport 2016 kann durchaus gelten: München ist nach wie vor die sicherste Großstadt der Bundesrepublik. Nach der neuesten Mercer-Studie wurde sie sogar zur lebenswertesten Stadt Deutschlands erklärt und weltweit betrachtet, liegt  die bayerische Landeshauptstadt sogar auf Platz 4. Auffällig ist aber der starke Anstieg von Tötungsdelikten. Des weiteren bleibt der Münchner Hauptbahnhof der Brennpunkt der Stadt. Dort geschehen nahezu ein Drittel aller Straftaten in München.

 

Straftaten gesamt:

Die Anzahl der gemeldeten Gesamtstraftaten ging 2016 auf 128.141 (145.584) Fälle zurück. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um -17.443 Delikte oder -12,0 %. Im Langzeitvergleich der Gesamtkriminalität ist ein deutlicher Rückgang um -8,8 % zu beobachten. Im Vergleich zu 2007 wurden 2016 insgesamt -10.689 Delikte weniger gemeldet. Gleichzeitig stieg die Bevölkerung in Stadt und Landkreis deutlich um +184.650 Einwohner oder +11,4 % an.

 

Auffällig ist der starke Anstieg der Tötungsdelikte um +20 Fälle (insgesamt 58), von denen 17 Fälle (inklusive Versuche) auf den Amoklauf im Olympia Einkaufszentrum vom 22.07.2016 zurückzuführen sind. Am zweitstärksten stieg die Anzahl der Vermögens-/Fälschungsdelikte um +2.816 Fälle. Der Anstieg besteht überwiegend aus zusätzlich registrierten Leistungserschleichungen.

 

Die Tatverdächtigen:

  • Deutsche Tatverdächtige: Die Anzahl der deutschen Tatverdächtigen stieg von 25.665 um +2,1 % oder +545 auf 26.210 Tatverdächtige. Das entspricht einem Anteil von 52,3 %.

 

  • nichtdeutsche Tatverdächtige: Bleiben die Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz unberücksichtigt, stieg die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen um +8,8 % auf 23.863 (21.925). Damit liegt ihr Anteil im Jahr 2016 bei insgesamt 47,7 % (46,1 %). Der Anteil Nichtdeutscher an der Gesamteinwohnerzahl im Bereich des Polizeipräsidiums München liegt bei 23,4 % (22,1 %).

 

  • Zuwanderer: Bei der Betrachtung von Kriminalität im Kontext der Zuwanderung muss die Gesamtzahl der Zuwanderer berücksichtigt werden. Zum Stichtag 31.12.2016 waren mit 33.656  Zuwanderern im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München +23,2 % mehr dauerhaft untergebracht als im Vorjahr. Davon sind 28.925 im Stadtgebiet und 4.731 im Landkreis wohnhaft.
    Die Anzahl tatverdächtiger Zuwanderer stieg um +58,4 % auf 4.434 Personen. Das ist ein Anteil von 8,9 % aller Tatverdächtigen. Tatverdächtige Zuwanderer sind für 5.898 Straftaten verantwortlich, was einen Anstieg um +53,0 % ausmacht. Der Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer an der Gesamtzahl aller nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt 18,6 %.

 

Sexualdelikte:

Der Anstieg der Sexualstraftaten wird in erster Linie durch Zunahmen der sexuellen Nötigungen (von 65 auf 88 Straftaten; +23 Fälle), sexuellen Missbräuche Widerstandsunfähiger (von 30 auf 46 Delikte; +16 Fälle) sowie der Vergewaltigungen (von 150 auf 165 Straftaten; +15 Fälle) verursacht. Die überfallartig durch Einzeltäter begangenen Vergewaltigungen nahmen dagegen um -4 auf 25 (29) ab.

 

Betäubungsmitteldelikte:

Noch ausgeprägter als in der Landeshauptstadt (+5,6 %) nahmen die Betäubungsmitteldelikte im Landkreis zu. Im Jahr 2016 wurden mit einer Zunahme von +23,9 % oder +158 Fälle insgesamt 818 Rauschgiftverstöße registriert. 2015 waren es noch 660 Fälle. Wie auch im Stadtgebiet sind für den Anstieg überwiegend mehr allg. Verstöße mit Cannabisprodukten (+82 auf 466 Fälle) ursächlich.

 

Brennpunkt Hauptbahnhof:

Von 2015 auf 2016 nahm die Zahl der Straftaten massiv von 2.659 auf 4.058 zu (+1.399 Fälle oder +52,6 %).

Hauptursächlich für diese Straftatenentwicklung am Hauptbahnhof München sind Zunahmen bei den Rauschgiftdelikten (+518 oder +92,5 % auf 1.078 Verstöße), einfachen Diebstählen (+236 oder +26,5 % auf 1.125 Fälle), Rohheitsdelikten (+212 oder +66,0 % auf 533 Fälle), Hausfriedensbrüchen (+161 oder +108,8 % auf 309 Fälle) und Leistungserschleichungen (+137 oder +68,2 % auf 338 Fälle).
Damit entfällt beinahe ein Drittel (29,8 %) des Gesamtstraftatenanstiegs der Landeshauptstadt (+4.693 Fälle oder +5,1 %) allein auf den Bereich des Hauptbahnhofes.

 

Asylsuchende:

  • Wurden im Jahr 2015 noch über 110.000 Flüchtlinge am Hauptbahnhof erfasst, so waren dies im Jahresverlauf 2016 nur noch ca. 2.600 Asylsuchende. In den ersten drei Quartalen wurden je zwischen 500 und 650 polizeiliche Registrierungen vorgenommen. Im vierten Quartal stiegen die Ankunftszahlen auf über 800, was auch in den steigenden illegalen Einreisen mittels Güterzügen über Ungarn und vor allem über die „Brenner-Route“ begründet war. So wurden innerhalb eines Monats zwischen Mitte November und Mitte Dezember 2016 an Bahnhöfen in München ca. 160 unerlaubte Einreisen mittels Güterzügen festgestellt.

 

  • Eine Auswertung der polizeilichen Einsätze in Asylbewerberunterkünften ergab für das Jahr 2016 insgesamt die Summe von 4.793. Dies stellt fast eine Verdreifachung im Vergleich zum Jahr 2015 mit 1.671 Einsätzen dar.

 

  • Zum Stichtag 31.12.2016 waren mit 33.656 (27.310) Zuwanderern im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München, +23,2 % mehr dauerhaft untergebracht als im Vorjahr. Davon sind 28.925 (24.295) Flüchtlinge im Stadtgebiet und 4.731 (3.015) im Landkreis wohnhaft.

 

Bettler-Problematik:

Während es im Jahr 2015 für das gesamte Stadtgebiet ca. 1.600 Mitteilungen bei der Einsatzzentrale in Bezug auf Bettler gab, stieg diese Zahl 2016 auf ca. 2.000 Mitteilungen an. Die Anzahl der durchgeführten Kontrollen im Bettlermilieu steigerte sich entsprechend. Hier gab es im Jahr 2016 insgesamt 789 Kontrollen im Vergleich zu 707 im Jahr 2015. Aus den Kontrollen der angetroffenen Bettler resultierten 416 (408) Straf- und Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

 

Details und statistische Werte können Sie dem Sicherheitsreport 2016 direkt entnehmen.

 

sb/Polizeipräsidium München