Pistole, © Symbolfoto

Polizist erschießt jungen Marihuana-Dealer – Ermittlungen eingestellt

Traunstein/Burghausen – Eineinhalb Jahre nach dem tödlichen Schuss eines Zivilfahnders auf einen unbewaffneten Marihuana-Dealer in Burghausen sind die Ermittlungen eingestellt worden. Der Polizist habe den Tod des Opfers „weder vorsätzlich noch fahrlässig verursacht“, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein am Montag mit.

 

Der Schusswaffengebrauch sei durch das Polizeiaufgabengesetz gedeckt gewesen, „auch wenn der Beamte nicht selbst angegriffen wurde“, hieß es weiter von der Staatsanwaltschaft Traunstein.

 

Im Juli 2014 war einem 33-jährigen Mann von einem Polizisten von hinten in den Kopf geschossen worden. Er war verdächtigt worden, mit Marihuana zu handeln und wurde deshalb per Haftbefehl gesucht. Zwei Zivilfahnder wollten ihn in einem Hinterhof festnehmen. Der 33-Jährige wollte jedoch die Flucht ergreifen und davonlaufen.

 

Dann gab einer der Polizisten einen Warnschuss ab und wollte anschließend dem Flüchtenden mit einem Schuss ins Bein aufhalten. Der Schuss traf ihn allerdings am Hinterkopf und verletzte ihn so schwer, dass er noch am Einsatzort verstarb. Er sei den Ermittlungen zufolge aus einer Entfernung von 6,5 bis 10,2 Metern abgefeuert worden. Zeugen hatten in diversen Medien zudem beklagt, dass die Beamten nicht einmal versucht hätten, Erste Hilfe zu leisten. Auch spielende Kinder sollen sich in direkter Nähe aufgehalten haben. Der Polizist wurde anschließend suspendiert.

 


Nach den Angaben stand der Mann in dringendem Verdacht, mit Marihuna zu handeln. Der tödliche Einsatz vom 25. Juli 2014 hatte nicht nur in der südostbayerischen Region für Kritik am Vorgehen der Polizei gesorgt. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Fahnder ermittelt, der vorläufig vom Dienst suspendiert war.

 

Die Bezirksgruppe Oberbayern Süd der Gewerkschaft der Polizei „begrüßt“ in einem Facebook-Post die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Traunstein, die Ermittlungen zum Fall einzustellen und erntet dafür einen Shitstorm. Mehr dazu und auch das Statement der Staatsanwaltschaft im Wortlauf, lesen Sie hier:

 

Polizeigewerkschaft „begrüßt“ Entscheidung zu tödlichem Kopfschuss – Shitstorm

 

(dpa/lby/pm)