Preiswucher in München – Neuer Mietspiegel schockt die Bürger

Der neue Mietspiegel ergab eine Durchschnittsmiete von 10,73 Euro. Das sind sechs Prozent mehr als 2013. Immobilien in München werden langsam unbezahlbar. Zwei neue Kategorien zerteilen die Stadt.

 

Alle zwei Jahre erscheint der Mietspiegel, welcher die Obergrenzen aller Preissteigerungen in bestehenden Verträgen – und zwar individuell für alle Wohnungen – ausweist. Einfach gesagt: Steigt der Mietspiegel, treiben die Vermieter den Preis für Immobilien in die Höhe. Genau das ist nun passiert. Im Schnitt steigen die Mieten im Vergleich zu 2013 um 60 Cent auf 10,73 Euro pro Quadratmeter im Monat kalt.

Vor allem die Quadratmeterpreise für kleine Wohnungen explodieren. Hierbei gilt: je kleiner die Wohnung, desto höher der Preis je Quadratmeter. Auch Neubauten, welche bei den Münchner mit am beliebtesten sind, werden teurer. Am preisgünstigsten sind Häuser, die zwischen 1967 und 1977 erbaut wurden.

 

Mietspiegel zerteilt die Stadt

 

Neu ist zudem die Unterteilung der Landeshauptstadt in sechs anstatt bisher vier Wohnlagen. Da es viele Münchner immer mehr ins Zentrum zieht, wurden zwei neue Kategorien erstellt: zentrale Durchschnittslage und zentrale gute/beste Lage. Die Altstadt, das Lehel, Schwabing, die Maxvorstadt sowie das Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel zählen zur letzteren Kategorie. Häuser entlang großer Verkehrsschneisen sowie das südliche Bahnhofsviertel und Milbertshofen dagegen werden als zentrale Durchschnittslage kategorisiert.

 

Für viele Münchner als zentral empfunden, fallen Haidhausen, Au, Neuhausen und Westend überraschend in die Kategorie unterdurchschnittlich bis gut. Die dort vorherrschenden Quadratmeterpreise sind durchschnittlich 92 Cent bis 1,53 Euro billiger als Bestlagen wie beispielsweise Schwabing. Selbst renommierte Wohngegenden wie Bogenhausen oder Nymphenburg werden im neuen Mietspiegel nicht als zentral angesehen. Dort sind die Mieten im Schnitt nur um neun Cent je Quadratmeter günstiger als in einer zentralen Toplage.

 

Mietpreise in Wahrheit geringer

 

Der Mietspiegel ist ein Zahlenwerk, das von dem Marktforschungsinstitut TNS Infratest und aus Statistiken der Ludwig-Maximilians-Universität erstellt wird. Berücksichtigt werden stets nur neu abgeschlossene Verträge oder aber Mieterhöhungen aus den vergangenen vier Jahren. Experten weisen deshalb darauf hin, dass die tatsächlichen Preise unter dem Mietspiegel liegen.

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mg