© Demonstration gegen sinkende Milchpreise

Proteste der Milchbauern gegen Preisverfall

80.000 Landwirte fürchten um ihre Existenz. Seit einigen Wochen protestieren Bauern gegen den Preisverfall bei der Milch. Die Überproduktion soll EU-weit gestoppt werden.

© Proteste der Milchbauern

Milchprodukte werden immer billiger. Vor allem Discounter senken ihre Preise stetig, sodass bald ein Tiefpunkt erreicht ist. Massentierhaltung und tierunwürdige Produktionsverhältnisse sind oft die Folge.

 

Die Produktionskosten können laut dem Bundesverband Deutscher Milchviehalter (BDM) kaum mehr gedeckt werden. Bei Ausgaben von 40 bis 50 Cent pro Liter ist kaum zu übersehen, dass sich die Einnahmen von 25 bzw. 25 Cent je Liter Milch nicht rechnen. Die BDM fordert staatliche Eingriffe und eine Deckelung der Milchmenge. Das derzeitige Überangebot von Milch sei verantwortlich für die drastische Gewinnminimierung. Der Milchviehhalter-Verband fordert ein vorübergehendes Verbot der Überproduktion von Milch durch die Europäische Union. Dadurch würde weniger Milch hergestellt und es käme zu einem finanziellen Ausgleich.

 

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) trug diese Thematik an seine französischen und polnischen Amtskollegen heran. Eine Intervention lehnt er jedoch, im Gegensatz zu Frankreich, ab. Der Agrarminister betrachtet die Krise als limitiert, „zu einer staatlich regulierten Produktion wollen wir nicht“, so Schmidt in einem dpa-Bericht. Durch Exportförderung und vorgezogenen Direktzahlungen an die Bauern soll die Krise zeitweise zu beheben sein.

 

Auf Staffelfahrten haben die Milchbauern in ganz Bayern auf ihre Probleme aufmerksam gemacht. Am Dienstag gibt es eine große Abschlusskundgebung in München auf dem Odeonsplatz. Der dpa zufolge werden mehr als 2000 Bäuerinnen und Bauern mit hunderten Traktoren bei der Aktion erwartet. Bundesweit sind es rund 80.000 Landwirte, die von dem Milchpresisturz und dem damit verbundenen Billigwahn betroffen sind.

 

Einen Bericht zur Demonstration sehen Sie heute abend in münchen heute.

 

Bericht: ScRi