Haar Polizei am Tatort Grabung nach Leiche, © Polizei am Fundort der Leiche in Haar

Prozess um Kreissägen-Mord – Zeugin schildert Dreiecksbeziehung

Chaos im Haus und eine Dreiecksbeziehung: Mehrere Zeugen haben im Münchner Prozess um einen grausamen Kreissägen-Mord einen Einblick in das Leben der Frau gegeben, die ihrem Freund beim Sexspiel mit einer Handkreissäge den Kopf abgeschnitten haben soll.

 

Die Angeklagte sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Zeugen geben vor dem Landgericht München im Prozess um einen grausamen Mord mit einer Kreissäge aber einen Einblick in das Leben der Frau – und in ihre Beziehung zu dem Mann, den sie brutal umgebracht haben soll.

 

Aussage einer Bekannten

 

Eine Studentin schilderte vor Gericht eine Dreiecksbeziehung mit dem Opfer und der Angeklagten. Sie sei 2006 in einer Diskothek von der Angeklagten angesprochen worden, berichtete die junge Frau am Donnerstag vor dem Landgericht München. Dann sei sie dem Lebensgefährten vorgestellt worden. Monatelang unterhielten die drei eine intime Beziehung, in der es nicht ausschließlich um Sex gegangen sei. «Oft lagen wir einfach nur im Bett und haben gekuschelt.»

 

Sie habe den Eindruck gehabt, die 32-Jährige werde von der Beziehung zu dem Mann zermürbt. Oft habe es Streit gegeben, er sei übellaunig gewesen und habe seine Freundin beschimpft. Er habe «immer wieder Sex mit anderen» gewollt. «Sie sollte ausgehen, Leute kennen lernen und heimbringen.»

 

Die Pädagogik-Studentin hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestanden, ihren Lebensgefährten 2008 beim Sexspiel mit einer Handkreissäge getötet zu haben. Sie soll ihm den Kopf abgeschnitten haben. Ihr neuer Lebensgefährte, mit dem sie inzwischen verlobt ist, fand die Leiche Monate nach der Tat und half ihr, sie im Garten der Studenten-WG zu vergraben. Er ist bereits wegen Strafvereitelung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Tat in Haar bei München kam erst 2016 ans Licht.

 

Mitbewohnerin und Vater der Angeklagten sagen aus

 

Eine ehemalige Mitbewohnerin, die zur Tatzeit ein Zimmer im unteren Stockwerk des Hauses bewohnte, sagte: «Die Wohnung war relativ dreckig.» Ob es, nachdem die Angeklagte die Leiche ihres Freundes auf dem Dachboden zurückgelassen hatte, im Haus seltsam gerochen habe, könne sie nicht sagen. «Es hat eigentlich fast immer ziemlich schlimm gerochen.» Sie habe allerdings einmal eine Matratze mit einem Blutfleck gesehen.

 

Am Nachmittag schilderte der Vater – angesichts der Umstände erstaunlich launig – die Beziehung zwischen seiner Tochter und ihrem damaligen Freund. Dem Vater gehörte wohl auch die Kreissäge, mit der seine Tochter ihren Lebensgefährten umgebracht haben soll. Sie habe eine solche Säge ausgeborgt und – als er sie wieder haben wollte – gesagt, sie habe sie weiter verliehen. Nach einer vorübergehenden Trennung habe sie über ihren Lebensgefährten gesagt: «Der kommt immer wieder an und ich werd‘ den nicht los.»

 

dpa