Räuber lallte so stark, dass Opfer Forderungen nicht verstand

Sie hatte eine Klinge am Hals, konnte aber nicht verstehen, was der Angreifer eigentlich von ihr wollte. Eine Kioskbesitzerin konnte den stark betrunkenen und lallenden Räuber dann aber doch abwehren. Der Mann wurde am 23. Februar verurteilt.

 

Als eine 55-jährige Kiosbesitzerin am 24. September letzten Jahres einen Kunden bedienen wollte, zog dieser plötzlich ein Messer und hielt ihr die Klinge an den Hals. Nach Angaben der AZ sagte sie gestern vor dem Landgericht gegen den Täter aus: Robert A. (37), einen arbeitslosen Giesinger. „Ich hatte erst gar nicht verstanden, was er wollte, weil er so lallte. Dann schrie er ‚Gib mir Kohle‘ und hielt sein Messer auf mich gerichtet“, sagt Minh V.. „Er war sehr nah und packte mich am Kragen meiner Bluse. Ich hatte Todesangst und schrie sofort um Hilfe.“

Der Schrei muss Wirkung gezeigt haben, denn Robert A. ließ die Frau los und versuchte stattdessen über den Verkaufstresen in den Kiosk zu klettern. „Da hab ich all meinen Mut zusammen genommen und zwei leere Bierflaschen auf ihn geworfen.“ Der Räuber erschrak angesichts des plötzlichen Gegenangriffs, sodass das Opfer Zeit hatte, um das Fenster zu schließen, vor dem Robert A. stand. Der Täter rannte daraufhin weg, doch die Polizei konnte ihn noch am selben Tag schnappen, weil eine aufmerksame Nachbarin den Notruf gewählt hatte.

„Es tut mir leid, das war eine blöde Aktion“, sagte Robert A. gestern vor Gericht. Er gestand die Tat und schob die Schuld darauf, dass er ein paar schlechte Tage erlebt hatte und bis zu zwölf Weißbier am Tag konsumierte. „Meine Verlobte hatte mich rausgeschmissen, danach lebte ich zwei Tage auf der Straße und fing wieder an zu trinken.“

Die 55-Jährige litt nach der Tat unter Angstattacken und konnte kaum arbeiten. „Heute geht es mir wieder besser“, sagt sie. Natürlich auch, weil Robert A. gestern verurteilt wurde: Das Landgericht schickte ihn für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.