Romance-Scamming: München muss beim Online-Dating aufpassen!

Eine neue Form der Internetkriminalität beschäftigt die Polizei:

Romance Scamming ist eine bislang einzigartige Form von Erpressung. Die Betrüger suchen sich über Online Dating Plattformen und Kontaktbörsen ihre Opfer.

Dann spielen sie ihrem vermeintlichen Partner oft über Wochen und Monate eine Liebesbeziehung vor.

Letztendlich bringen die Pseudo – Partner den Internetuser aber dann um sein Geld.

 

Ein typisches Fallbeispiel

Eine Frau lernt einen Mann online kennen. Der Mann gibt nach einigen Wochen vor, eine Geschäftsreise machen zu müssen, beispielsweise nach Afrika.

Dann erhält seine „Freundin“ in Deutschland einen Anruf oder eine Mail.

Ihr vermeintlicher neuer Partner behauptet, er sei ausgeraubt worden oder habe Geld und Pass auf andere Weise verloren.

Er bittet sie um Hilfe. Die arglose Frau will helfen und macht eine Überweisung – oftmals im vierstelligen Bereich.

Dann ist das Geld weg und der vermeintliche Freund auch.

Letzter Status von beiden: Sie sind irgendwo in Afrika

Ein besonders harter Fall…

…ist der Polizei seit kurzem bekannt:

Im vergangenen Jahr wurde vereinzelt eine besonders gravierende Variante des Romance-Scamming registriert. Dabei haben Männer in Deutschland über das Internet eine angebliche Liebesbeziehung mit einer senegalesischen Frau geführt und wurden dazu eingeladen, die Frau in ihrer afrikanischen Heimat zu besuchen. Vor Ort trafen die Männer ihre vermeintliche Liebschaft tatsächlich, wurden dann aber in eine verfängliche Situation gebracht. Ein angeblicher Ehemann und weitere Personen beschuldigten das angereiste Opfer des Ehebruchs, schlugen es und forderten eine Geldzahlung zur Wiedergutmachung. Erst nach Zahlung von bis zu 5-stelligen Summen von Angehörigen in Deutschland wurden die Geschädigten wieder freigelassen.

Die Opfer sind meist alleinstehende Menschen im mittleren Alter und die über ausreichend Vermögen verfügen.

 

Hier gilt: Vorsicht beim Online – Dating!

 

Anzeichen für Romance-Scamming können sein:

– Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Betrüger an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel.

– Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.

– Meist werden den Opfern Bilder ihrer Internetbekanntschaften in schlechter Qualität gezeigt, da sie illegal erlangt wurden. Ausnahme: Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind.

– Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach den ersten Kontakten mit Liebesschwüren. Seriös wirkende Mails sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielen eine Rolle.

– Die Täter sprechen oft von Geschäftsreisen oder familiären Schwierigkeiten und einer Verbindung nach Westafrika wie Nigeria, Ghana oder Senegal, aber auch nach Russland und Südostasien. Frauen geben häufig vor, in osteuropäischen, südostasiatischen oder südamerikanischen Ländern zu leben.

– Die Täter sprechen oft von Geschäftsreisen oder familiären Schwierigkeiten und einer Verbindung nach Westafrika wie Nigeria, Ghana oder Senegal, aber auch nach Russland und Südostasien. Frauen geben häufig vor, in osteuropäischen, südostasiatischen oder südamerikanischen Ländern zu leben.

 

– Betrüger bitten ihr Opfer um Geld. Weigert es sich zu zahlen, finden Betrüger andere Wege der Bereicherung. Beispielsweise gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen oder auch der Wunsch nach einem Visum für Deutschland.

Weitere Informationen für Betroffene gibt es unter: http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/rat-und-hilfe.html

adc / pp