© Hier wird ein Patient auf der bekannten "gelben Trage" transportiert. Foto: Milan Szypura

Rotes Kreuz kämpft um Wiesn-Sanitätsdienst – nicht „verramschen“

München – Erstmals nach mehr als 130 Jahren soll nicht mehr das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Verletzte und Alkoholopfer auf dem Oktoberfest versorgen. Die Stadt München wolle den Auftrag aus Preisgründen an den kommerziellen Anbieter Aicher Ambulanz vergeben, teilte das BRK am Mittwoch mit. Das sei dem BRK mitgeteilt worden. 

 

 

Das BRK kündigte Widerstand an. «Diese Entscheidung werden wir nicht akzeptieren. Wir befürchten massive Einschränkungen für eine medizinisch sichere Wiesn.» Anwälte seien dabei, rechtliche Schritte einzuleiten. Seit 2011 schreibe die Stadt den Sanitätsdienst «Oktoberfest» aus. Der Preis sei das einzige Kriterium für die Vergabe. Das BRK kalkuliere mit einer schwarzen Null. «Unser Angebot ist transparent und leistungsgerecht.»

 

Nicht zuletzt wäre eine Entscheidung für ein unterfinanziertes Angebot beim Sanitätsdienst eine Entscheidung gegen das Ehrenamt. «Für uns ist der Wiesn-Dienst mehr als nur Engagement: Er ist unsere Herzensangelegenheit, die nicht „verramscht“ werden darf!» 1000 Sanitäter und 70 Ärzte des BRK leisteten einen hervorragenden Dienst.

 

 

dpa