Panorama: Blick über München

Rückblick: Das war das Jahr 2016 in München

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und München.tv blickt zurück auf eine Zeit im Zeichen von Terrorangst und Trauer, großartigen Meisterschaftsfeiern und politischen Skandalen.

 

1. Januar

 

Das Jahr startet mit einer Terrorwarnung für München. Kurz vor Mitternacht sperrt die Polizei den Hauptbahnhof und den Bahnhof Pasing für mehrere Stunden. Unklar bleibt, ob es die mutmaßlichen islamistischen Attentäter überhaupt gibt und wo sie sich befinden.

 

 

9. Februar

 

Zwei entgegenkommende Regionalzüge rasen nahe Bad Aibling (Landkreis Rosenheim) bei vollem Tempo ineinander. Zwölf Menschen kommen ums Leben. Rund 80 werden verletzt. Ein Fahrdienstleiter hatte mehrere Fehler gemacht. Infolge des Unfalls am Faschingsdienstag sagen zum ersten Mal in der Geschichte alle Parteien in Bayern den traditionellen politischen Aschermittwoch ab.

 

 

23. Februar

 

Ein in den 1990er Jahren unter dem Spitznamen «Besenstielräuber» bekanntgewordener Gangster hat den FC Bayern München um einen Millionenbetrag erpressen wollen. Der 63-Jährige hatte unter anderem eine Million Euro und Diamanten vom deutschen Fußball-Rekordmeister verlangt. Von 1992 bis 1998 hatte der Mann 16 Banken im Großraum München und im Oberland ausgeraubt, dabei Dutzende Geiseln genommen und die Türen mit einem Besenstiel versperrt.

 

25. Februar

 

Gift im Bier? Das Münchner Umweltinstitut weist Spuren des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in 14 der beliebtesten Biermarken Deutschlands nach. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher.

 

29. Februar

 

Uli Hoeneß ist kein Häftling mehr. Der frühere Präsident des FC Bayern München wird nach der Hälfte seiner Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren vorzeitig entlassen. Das Münchner Landgericht hatte ihn am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro verurteilt. Am 2. Juni 2014 trat Hoeneß die Strafe an.

 

 

6. März

 

Der dunkelhäutige Pfarrer von Zorneding, Olivier Ndjimbi-Tshiende, verkündet nach Morddrohungen seinen Rücktritt. Er hatte Äußerungen der örtlichen CSU über Flüchtlinge kritisiert und war daraufhin bedroht worden. Sein Rücktritt löst eine Welle der Solidarität aus. Die CSU-Spitze verurteilt die Morddrohungen.

 

7. April

 

Wegen möglicher Vorbereitung einer schweren Straftat nimmt die Polizei im Großraum München zwei Männer fest. Sie sollen in Kontakt zu Mitgliedern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehen. Der Staatsschutz ermittelt. Doch einen Tag später steht fest: An dem Verdacht ist nichts dran. Die Männer kommen wieder auf freien Fuß.

 

8. April

 

Der Internet-Gigant Google eröffnet in München ein neues Entwicklungszentrum. Langfristig sollen dort bis zu 800 Beschäftigte arbeiten und damit doppelt so viele wie bisher.

 

 

13. April

 

Der niederländische König Willem-Alexander (48) und Königin Máxima (44) besuchen Bayern. Am ersten Tag stehen in München unter anderem ein Treffen mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf dem Programm. Am zweiten Tag besichtigt das royale Paar in Nürnberg nach der Begrüßung unter anderem durch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wieder Museen. Für Wirbel sorgt am Rande ein Emblem auf Máximas grauem Mantel, das entfernt an ein Hakenkreuz erinnert.

 

 

22. April

 

Der EHC Red Bull München wird zum ersten Mal deutscher Eishockey-Meister. Die Münchner gewinnen auch das vierte Spiel der Playoff-Finalserie bei den Grizzlys Wolfsburg mit 5:3.

 

 

28. April

 

Der Münchner Alt-Oberbürgermeister Georg Kronawitter (SPD) Politiker stirbt eine Woche nach seinem 88. Geburtstag, nach kurzer, schwerer Krankheit. Er war von 1972 bis 1978 sowie von 1984 bis 1993 Münchens Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Landeshauptstadt.

 

 

1. Mai

 

Die Fußball-Frauen des FC Bayern München werden zum dritten Mal deutscher Meister. Das Team schafft die erfolgreiche Titelverteidigung mit einem 5:0 gegen Bayer Leverkusen.

 

7. Mai

 

Der FC Bayern München wird zum 26. Mal deutscher Fußball-Meister. Der Rekordchampion sichert sich den vierten Titel in Serie (Rekord) am vorletzten Bundesliga-Spieltag mit einem 2:1 beim FC Ingolstadt.

 

10. Mai

 

Ein psychisch kranker Amokläufer sticht am Bahnhof in Grafing bei München wild um sich und tötet dabei einen Fahrgast. Drei weitere Männer verletzte er schwer. Eine zunächst vermutete politische Radikalisierung lag bei dem 27-Jährigen nicht vor.

 

 

9. Juni

 

Skandal in der CSU: Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern und Münchner «Wiesn-Stadtrat» Georg Schlagbauer legt mit sofortiger Wirkung alle öffentlichen Ämter nieder. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts des Drogenkaufs.

 

22. Juli

 

Ein 18-jähriger Amokläufer richtet ein Blutbad in München an und versetzt die Landeshauptstadt stundenlang in Panik. Der Deutsch-Iraner tötet neun Menschen, darunter vor allem Jugendliche, und sich selbst. Obwohl sich die Tat ausschließlich in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums eröffnet, verbreiten sich Gerüchte über Schießereien an anderen Orten der Stadt und weitere Täter.

 

 

17. August

 

Nach den Terroranschlägen von Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf in München verschärft Bayerns Landeshauptstadt ihr Sicherheitskonzept für das Oktoberfest. Die größte Änderung ist ein Verbot für Rucksäcke und größere Taschen. Damit alle Gäste durch die Eingänge gehen, wird ein bislang noch offenes Teilstück an der Hangkante der Theresienhöhe mit einem mobilen Zaun geschlossen. Zudem werden die mit der U-Bahn kommenden Besucher teils umgelenkt.

 

29. September

 

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe ergreift im Münchner NSU-Prozess zum ersten Mal persönlich das Wort. Sie verliest eine kurze Erklärung, in der sie einräumt, sich früher «durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts» identifiziert zu haben. Dies sei heute jedoch nicht mehr so. «Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen», sagt Zschäpe.

 

3. Oktober

 

Das 183. Münchner Oktoberfest endet. Die Wiesn hat mit 5,6 Millionen Gästen so wenige Besucher angelockt wie seit Jahren nicht mehr. Seltener als in anderen Jahren mussten diesmal Festzelte wegen Überfüllung geschlossen werden; es herrschte weniger Gedränge.

 

 

25. Oktober

 

Zweimal S-Bahn: Im jahrelangen Streit um den künftigen Betrieb des Nürnberger S-Bahn-Netzes wirft das britische Bahnunternehmen National Express (NX) überraschend das Handtuch. In München geben Stadt, Land, Bund und Bahn grünes Licht für die zweite Stammstrecke. Die geplanten Kosten steigen allerdings enorm.

 

22. November

 

Wegen der anhaltenden Talfahrt in der 2. Bundesliga tauscht 1860 Münchens mächtiger Finanzier Hasan Ismaik die Profi-Führung beim Fußball-Traditionsclub aus. Trainer Kosta Runjaic muss wegen Erfolglosigkeit gehen, Thomas Eichin und Raed Gerges werden als Geschäftsführer abberufen und durch Anthony Power ersetzt.

 

 

25. November

 

Uli Hoeneß ist wieder Präsident des FC Bayern München. Die Vereinsmitglieder wählen den 64-Jährigen neun Monate nach seiner Haftentlassung ins höchste Amt des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

 

5. Dezember

 

Im Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling wird das Urteil gesprochen. Der Fahrdienstleiter muss unter anderem wegen fahrlässiger Tötung dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Vor dem Zusammenprall der beiden Züge am 9. Februar war er durch ein Handyspiel abgelenkt gewesen und stellte aus diesem Grund mehrere Signale im Stellwerk falsch. 80 Menschen wurden teilweise schwer verletzt, 12 kamen ums Leben.