Ein betrunkener Straftäter konnte mit über 5 Promille Atemalkohol verhaftet werden., © Symbolbild und Montage der Bundespolizei

Rückblick: Die lustigsten Polizei-Einsätze des Jahres

Mal mutiert eine Klobürste zur Tatwaffe, mal flieht ein Schuhdieb zielsicher ins nahe Polizeipräsidium. Auch in den vergangenen zwölf Monaten hat es in Bayern wieder viele lustige Vorfälle gegeben. Eine Auswahl zum Schmunzeln – was zum Abschluss eines durchaus schwierigen Jahres nicht schaden kann.

 

Schusseliger Nachtschwärmer:

Ein betrunkener Autofahrer hat in Kempten im Allgäu getankt – und dann seinen Wagen einfach vergessen. Eine Mitarbeiterin der Tankstation rief die Polizei, weil an einer Zapfsäule schon seit längerer Zeit ein Auto stand. Vor Ort stellten die Beamten dann rasch fest, dass das Fahrzeug unverschlossen war. Als die Polizisten den Besitzer des Autos schließlich zu Hause aufsuchten, war schnell klar, warum der 32-Jährige so vergesslich war: Er war stark betrunken. Gegen den Nachtschwärmer wurde ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet.

 

Ungewöhnliche Tatwaffe an ungewöhnlichem Tatort:

Zu einem handfesten Streit mit einer Klobürste ist es am Münchner Flughafen gekommen. Dort waren sich an einem Waschbecken einer Damen-Toilette plötzlich drei Frauen in die Haare geraten. Dabei attackierte laut Polizei eine 31-Jährige eine 50 Jahre alte Kontrahentin mit der Klobürste. Die herbeigerufenen Beamten konnten den Toiletten-Streit schnell schlichten, diverse Anzeigen wurden erstattet. Den Grund für die ungewöhnliche Auseinandersetzung am ungewöhnlichen Ort konnte die Polizei zumindest in ihren ersten Ermittlungen nicht klären.

 

Aktionskunst mal anders:

Eine Rentnerin hat in einem Nürnberger Museum mit einem Kugelschreiber Buchstaben in ein Kreuzworträtsel eingefügt, das zu einer Collage des Künstlers Arthur Köpcke gehört. Die 90-Jährige hatte offenbar die Aufforderung „Insert words“ (dt. „Setze Wörter ein“) am Bildrand allzu wörtlich genommen. Der Vorfall rief sogar die Staatsanwaltschaft auf den Plan, die aber letztlich das Verfahren wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ einstellte. Auch für das Kunstwerk hatte die Aktion der alten Dame keine Folgen: Das Bild „Reading-work-piece“ konnte mit Lösungsmitteln gereinigt werden.

 

© Symbolfoto eines Kreuzworträtsels

 

Ohne Umweg:

Sein Navigationsgerät hat einen 21 Jahre alten Autofahrer im Bayerischen Wald direkt auf die Skipiste gelotst. Der Wintersportler hatte das Skigebiet am Großen Arber als Ziel eingegeben. Das Navi führte ihn – an drei Verbotsschildern vorbei – auf eine Forststraße, die im Winter als Piste präpariert ist. Unterhalb einer Hütte blieb das Auto schließlich auf rund 1200 Metern Höhe in einem Schneehaufen stecken. Kurzerhand schnallte sich der junge Wintersportler seine Ski an, fuhr die Abfahrt hinunter und rief dort mit dem Handy Polizei und Abschleppdienst zur Hilfe.false

 

Augen zu und durch:

Ein Autofahrer in Augsburg hatte es mächtig eilig – und blieb in einer frisch geteerten Straße mit seinem Wagen stecken. Der Fahrer hatte an der Baustelle die Absperrungen missachtet und auch nicht auf Zurufe und Handzeichen von Arbeitern reagiert. Dann lenkte er den Wagen auf den frischen Asphalt, wo die Reifen prompt festklebten. Erst ein Abschleppdienst konnte das Auto aus dem heißen Teer befreien. Für das Erneuern der ramponierten Asphaltdecke sollte der Mann kräftig blechen: „Das Verwarnungsgeld in Höhe von 25 Euro dürfte den Fahrer am geringsten treffen“, hieß es im Polizeibericht.

 

Auto fährt in frischen Asphalt., © Foto: Polizei

 

Dumm gelaufen:

Nach einem Diebstahl in einem Münchner Schuhgeschäft ist ein Ganove ausgerechnet ins nahe gelegene Polizeipräsidium geflohen. Der 31-Jährige hatte kurz vor Geschäftsschluss zwei hochwertige Sportschuhe aus dem Geschäft mitgehen lassen. Der Mann rannte aus dem Geschäft, wurde aber von dem Filialleiter verfolgt. Daraufhin bog der Ganove in eine Seitenstraße ein, lief durch ein Eingangstor – und stand plötzlich mitten im Präsidium. Der Dieb wurde noch vor Ort festgenommen. Übrigens hatte der 31-Jährige auch bei der Auswahl seiner Beute wenig Glück: Es waren zwei linke Schuhe.

 

Dümmer geht’s kaum:

Ein 19-jähriger Münchner wollte sich am Samstag zu einem anderen Kiffer ins Auto setzen um einen Joint zu rauchen. Dumm nur, dass dieser bereits für die Anzeigenaufnahme in einem zivilen Polizeibus saß. Während die Polizisten mit einem 21-Jährigen im Bus saßen, den sie zuvor mit Gras erwischt hatten, kam ein 19- Jähriger zum Fahrzeug und fragte die Beamten, ob er sich mit in den Bus setzen kann. Er würde gerne einen Joint rauchen und draußen wäre es zu kalt. Offensichtlich hatte der junge Mann nicht erkannt, dass es sich um ein Polizeifahrzeug handelte. Der 19-Jährige wurde durch die Beamten aufgeklärt und die beiden von ihm mitgeführten Joints sichergestellt. Für die Dauer der Anzeigenerstattung durfte er sich im Polizeibus aufwärmen, seine Joints konnte er logischerweise allerdings nicht mehr genießen.

 

marihuana joint gras cannabis

 

Leichte Beute:

Wenig Arbeit hatte die Polizei auch bei einem Wohnungseinbruch in Nürnberg. Der mutmaßliche Täter lag zur Überraschung der Beamten im Bett des Opfers und schlief tief und fest. Der Mieter der Wohnung war abends nach Hause gekommen und hatte an seiner Tür Einbruchspuren entdeckt. In der Wohnung fand er dann Schubladen geöffnet und durchwühlt vor. Als der Mieter den Mann in seinem Bett entdeckte, alarmierte er die Beamten. Die weckten den 27-Jährigen und nahmen ihn fest. Der Mann stand offensichtlich unter Drogeneinfluss, er wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht.

 

Alles nur Theater:

Ein Theaterstück hat im Allgäu einen Polizeieinsatz ausgelöst. Eine Frau hatte in Rückholz die Beamten alarmiert, weil sie in einem Waldstück Schüsse und Schreie gehört hatte. Als die Einsatzkräfte am vermeintlichen Tatort eintrafen, konnten sie aber rasch Entwarnung geben: Die Schüsse und Schreie entstammten einem Theaterstück, bei dem um einen Überfall geht. Die Schauspieler hatten Böller auf der Bühne gezündet und waren panisch schreiend umhergerannt. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notruf wählen“, befand die Polizei trotz des Fehlalarms.

 

Am Ende:

Mitten auf der Straße schlief eine Autofahrerin in Landshut überm Steuer ein – und war dann auch noch zu betrunken für einen Alkoholtest. Zeugen hatten die Polizei alarmiert, dass ein Auto mit laufendem Motor und Warnblinklicht mitten auf einer Straße stehe. Eine herbeigeeilte Streife fand die 25 Jahre alte Fahrerin über das Lenkrad gebeugt, schlafend. „Die Dame war derart unter Alkoholeinfluss gestanden, dass ein Alkotest nicht mehr möglich war“, hieß es im Polizeibericht. Die Frau kam in ein Krankenhaus zur Blutentnahme.

 

Ein betrunkener Straftäter konnte mit über 5 Promille Atemalkohol verhaftet werden., © Symbolbild und Montage der Bundespolizei

 

Süßes mit Folgen:

Gummibärchen haben im oberpfälzischen Weiden einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Beamten waren per Notruf alarmiert worden, dass Unbekannte aus einem Fenster heraus parkende Autos mit Steinen bewerfen würden. Sofort machten sich Streifenbeamte zum vermeintlichen Tatort auf, von den vermeintlichen Steinewerfern gab es dort allerdings keine Spur. Vielmehr hatten zwei Jugendliche von einem Fenster aus die Gummibärchen auf die parkenden Autos geschleudert. Es blieb bei einer mahnenden Belehrung für die Scherzbolde, wie die Polizei mitteilte.

 

Folgenschweres Nickerchen:

Ein betrunkener Mann ist in Unterfranken in seinem Auto eingeschlafen und damit rückwärts auf die Autobahn 3 gerollt. Dabei prallte er in einen Lastwagen. Der 44-Jährige hatte seinen Wagen in einem Baustellenbereich nahe der Raststelle Würzburg-Nord abgestellt und sich schlafen gelegt. Er vergaß aber, einen Gang einzulegen und die Handbremse zu ziehen. Der 60 Jahre alte Lkw-Fahrer versuchte noch, dem Auto auszuweichen. Doch dieses prallte in die rechte Seite des Lkw. Der 44-Jährige hatte zu allem Überfluss auch keine Fahrerlaubnis.

 

In fremdem Bett aufgewacht, © Symbolfoto

 

 

dpa/lby/sf